BIO² entwickelt innovative Dünger für den Ökolandbau

BIO² entwickelt innovative Dünger für den Ökolandbau

Das EU-Projekt BIO² entwickelt biobasierte Dünger und mikrobielle Lösungen aus Reststoffen. Rovensa Next bringt Formulierung und Feldtests ein, damit Prototypen unter Praxisbedingungen geprüft werden.

Traktor mit Pflanzenschutz auf dem Feld
Auch der Ökolandbau braucht Pflanzenschutz. Dafür entwickelt das BIO²-Konsortium neue Produkte aus zirkulären Rohstoffen.

Reststoffe können für die Landwirtschaft mehr sein als ein Entsorgungsproblem. Im EU-Projekt BIO² sollen daraus neue Produkte für den Ökolandbau entstehen: biobasierte Dünger, mikrobielle Pflanzenschutzlösungen und natürliche Produkte für die Tiergesundheit. Der Agrartechnologieanbieter Rovensa Next beteiligt sich als Industriepartner und bringt nach eigenen Angaben Formulierung, Screening, Upscaling sowie Gewächshaus- und Feldtests ein.

Reststoffe als Nährstoffquelle

BIO² steht für „Natural biomass and microbial biocontrol agent solutions for the replacement of contentious inputs in organic farming“. Das Horizon-Europe-Projekt läuft von Mai 2025 bis April 2029, wird vom Consiglio Nazionale delle Ricerche in Italien koordiniert und umfasst 20 Partner aus acht Ländern. Im Zentrum stehen erneuerbare und bisher wenig genutzte Stoffströme. Dazu zählen Nebenströme aus der Fischverarbeitung, Makroalgen, zurückgewonnene Nährstoffe und Mikroorganismen. Aus ihnen sollen unter anderem zwei auf bestimmte Kulturen zugeschnittene Biodünger entstehen.

Der Ansatz adressiert ein Spannungsfeld: Auch der Ökolandbau braucht verlässliche Nährstoffversorgung und Pflanzenschutz. Zugleich stehen einzelne Betriebsmittel wie kupfer- oder schwefelhaltige Präparate sowie importierte oder tierbasierte Dünger unter Druck, weil Rückstände, Umweltwirkungen oder Verfügbarkeit problematisch sein können.

Tests unter Praxisbedingungen

Rovensa Next soll im Projekt dazu beitragen, Prototypen in anwendungsfähige Formulierungen zu überführen. Neben Biodüngern geht es auch um mindestens eine biobasierte Pflanzenschutzlösung und ein Produkt für die Tiergesundheit. Erste Gewächshausarbeiten und Planungen für Feldversuche umfassen nach Unternehmensangaben Weizen, Kartoffel, Erdbeere und Tafeltrauben. Außerdem wurden Netzwerke mit Landwirtinnen und Landwirten in Deutschland, Lettland, Italien, Norwegen und Spanien aufgebaut.

Marktreife Produkte sind damit noch nicht beschrieben. Bis 2029 sollen vielmehr Feldberichte, Wirksamkeitsdaten sowie Lebenszyklus- und Nachhaltigkeitsbewertungen entstehen. Entscheidend wird sein, welche Prototypen im Feld stabil wirken, regulatorisch einzuordnen sind und sich wirtschaftlich herstellen lassen.

ag