Biertreber wird zum Rohstoff für Verpackungen
Biertreber aus Brauereien könnte zum Rohstoff für biobasierte Verpackungen werden. Das Projekt BioSupPack entwickelt daraus neue Beschichtungen und Materialien, die fossile Kunststoffe in Papierverpackungen teilweise ersetzen sollen.
Verpackungen sollen in der EU künftig stärker recycelbar, kreislauffähig und ressourcenschonend sein. Genau hier setzt das Projekt BioSupPack an. Das Konsortium zeigt, dass sich Biertreber, also der faserreiche Reststoff aus dem Brauen, zu biobasierten Verpackungsmaterialien verarbeiten lässt. Entstanden sind Beschichtungen, Faserverpackungen und starre Verpackungen, die näher an marktgängige Anwendungen rücken sollen.
Vom Brauereirest zum Biokunststoff
Im Zentrum stehen Polyhydroxyalkanoate, kurz PHA. Das sind Biokunststoffe, die Mikroorganismen bilden können. BioSupPack nutzte Biertreber als Ausgangsstoff für die Herstellung der PHA-Variante PHB. Laut Projekt entstand dafür ein skalierbarer Prozess mit Plasma-Vorbehandlung und mikrobieller Fermentation, der in industrienaher Umgebung erprobt wurde. Parallel entwickelte das Konsortium zu 99 Prozent biobasierte und biologisch abbaubare Beschichtungen für Karton als Alternative zu PE-Beschichtungen und für Textilien als Ersatz für PVC. Hinzu kommen kompostierbare Faserverpackungen mit Barriereeigenschaften für Anwendungen wie Eisbecher oder Schalen sowie PHB-Materialien für starre Verpackungen wie Flaschen und Produktdisplays.
Kreislauffähigkeit wird zum Marktthema
Interessant ist das Ergebnis nicht nur wegen des Rohstoffs, sondern auch wegen der möglichen Nachnutzung. Das Projekt verknüpft die neuen Materialien mit Sortiertechnik, mechanischem Recycling und enzymatischem Recycling. Dabei zerlegen Enzyme die Kunststoffe gezielt, um Bausteine oder Kohlenstoffquellen zurückzugewinnen. Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie werden somit in eine neue Wertschöpfungskette zwischen Brauereien, Biotechnologie und Verpackungsherstellern eingebunden. Bis zur breiten Nutzung bleiben Fragen der Sortierung, Infrastruktur und Wirtschaftlichkeit offen. Die demonstrierten Prototypen zeigen aber, dass biobasierte Verpackungen aus industriellen Nebenströmen näher an reale Anwendungen rücken.
ag