Bauholz soll Rohstoff für nachhaltigen Flugkraftstoff werden

Bauholz soll Rohstoff für nachhaltigen Flugkraftstoff werden

Ein Demonstrationsprojekt in Japan will Bioethanol aus ungenutzter Biomasse herstellen, darunter Bau- und Abbruchholz. Das Ethanol soll als Vorstufe für nachhaltigen Flugkraftstoff dienen.

Abbruchholz auf Baustelle
Ein japanisches Demonstrationsprojekt zeigt, wie Bau- und Abbruchholz und andere bislang wenig genutzte Biomasse zu Bioethanol für die Luftfahrt verarbeitet werden könnten.

Bau- und Abbruchholz, das bislang kaum hochwertig genutzt wird, soll in Japan zum Rohstoff für den Flugverkehr werden. Das ist der Ansatz eines neuen Demonstrationsprojekts. Das Unternehmen Taiko Paper Mfg., Ltd. (TPM) hat gemeinsam mit der Technologiefirma Valmet ein Vorhaben gestartet, das aus bislang ungenutzter Biomasse Bioethanol der zweiten Generation herstellen will. Das Ethanol soll anschließend von Kraftstoffunternehmen zu nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) verarbeitet werden.

Holzreste für die Luftfahrt

Kern des Projekts ist eine neue Faserlinie, die Valmet als Teil der technologischen Lösung liefert. Sie bereitet Kraftzellstoff aus ungenutzten Biomasserohstoffen für die weitere Bioethanolproduktion auf. Darauf aufbauend soll die Anlage jährlich bis zu 20 Millionen Liter Bioethanol produzieren. Der Startbetrieb ist für März 2028 geplant. Die Technologieauswahl umfasst unter anderem Siebung, Doppelwalzpressen für eine höhere Wascheffizienz, Sauerstoffdelignifizierung und eine zusätzliche Waschstufe. Bei der Sauerstoffdelignifizierung wird Lignin aus dem Zellstoff entfernt, damit die Zellulose besser weiterverarbeitet werden kann. Zusätzlich prüft TPM den Einsatz von intern erzeugten Enzymen aus Industriemikroorganismen für den Aufschluss der Zellulose. Das Projekt wird von der japanischen Förderagentur NEDO, der New Energy and Industrial Technology Development Organization, unterstützt.

Vom Pilotprojekt zur Treibstoff-Produktion

Japan setzt verstärkt auf SAF, um die Emissionen der Luftfahrt zu senken. Der Ansatz von TPM setzt auf Kraftzellstoff aus Bau- und Abbruchholz als Primärrohstoff, also auf einen lignozellulosehaltigen Materialstrom. Dass solche Holzreste als Zellulosequelle für Biokraftstoffe erschlossen werden, ist ein vergleichsweise neuer Ansatz. Offen bleibt, wie sich die Kosten im Demonstrationsmaßstab entwickeln und ob das Verfahren anschließend wirtschaftlich skaliert werden kann.

ag