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25.02.2019

Mischanbau im Feldtest

Kann ein kombinierter Anbau von Mais und Bohnen Insekten anlocken und zudem helfen, Dünger einzusparen? Forscher der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt suchen bei einem Feldtest nach Antworten. 

Forscher wollen wissen, inwiefern der Mischanbau von Mais und Bohnen auch Insekten anlockt.
Forscher wollen wissen, inwiefern der Mischanbau von Mais und Bohnen auch Insekten anlockt.
Quelle: 
Pixabay

Hülsenfrüchte wie Bohnen sind bekanntermaßen reich an Proteinen. In der Landwirtschaft werden diese Leguminosen auch wegen ihrer Fähigkeit geschätzt, mithilfe von Bakterien über die Wurzeln Stickstoff aus der Luft zu binden. Im Gegenzug werden die Bakterien von den Pflanzen über Knöllchen an den Wurzeln mit Nährstoffen versorgt. Beim sogenannten Mischanbau könnten auch andere Pflanzen, wie Mais, von dem natürlichen Düngepotenzial der Bohnen profitieren. Denn gerade beim Maisanbau ist das Risiko sehr groß, dass Stickstoff ausgewaschen wird, der dann den Pflanzen fehlt und das Grundwasser belastet.

Vorteile des Mais-Bohnen-Anbaus untersuchen 

Die ökologischen Vorteile des kombinierten Anbaus von Mais und Bohnen werden nun in einem Projekt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) genauer untersucht. Das Team will ergründen, inwiefern das Potenzial dieser Form des Mischanbaus tatsächlich wirkt. Das ursprünglich aus Südafrika stammende Anbausystem verspricht nicht nur Einsparungen beim Dünger, sondern auch bei der Bodenerosion und dem bereits genannten Nitrateintrag ins Grundwasser. Außerdem bietet es bodenbrütenden Vögel mehr Schutz und Insekten mehr Nahrung als ein reines Maisfeld.

Stickstoffversorgung und -teilung im Blick

In Düngungsversuchen wollen die Forscher der HFWU überprüfen, ob beim Mischanbau tatsächlich auf mineralischen Stickstoff-Dünger verzichtet werden kann. Die Anbaufläche soll dafür in Bereiche mit geringer und mit guter Stickstoff-Versorgung unterteilt werden. Sie wollen wissen, ob die Bohnen auf den gering versorgten Flächen tatsächlich ihr Talent zur Stickstoff-Fixierung aus der Luft nutzen und dem Mais den Nährstoff aus Bodenvorrat und organischer Düngung überlassen. Denn auch ein unerwünschtes Verhalten wäre denkbar: Die Bohnen könnten auf gut gedüngten Flächen auf die Luftstickstoff-Fixierung ganz verzichten. Sollte die Bohnen den Mais jedoch tatsächlich mitversorgen, könnten sich Landwirte auf Leguminosen als natürliche Düngehelfer verlassen und auf die Zugabe mineralischer Stickstoffdünger verzichten.

Mehr Schutz und Nahrung für Vögel und Insekten 

Darüber hinaus hinterfragen die Forscher, ob der Mais-Bohnen-Mischanbau auch die Biodiversität erhöhen kann, indem mehr Insekten und brütende Vögel angelockt werden, da sie hier mehr Nahrung und Schutz finden. Das Projekt „Ökologische und ökonomische Bewertung des Gemengeanbaus von Mais mit Stangenbohnen unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen auf Stickstoffbilanz und Biodiversität“ wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.

bb

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