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24.07.2018

Merck investiert in Laborfleisch

Der Darmstädter Pharmakonzern Merck beteiligt sich an der Entwicklung von Laborfleisch und investiert in das niederländische Start-up Mosa Meat.

Der von Mosa Meat 2013 vorgestellte erste Burger aus der Petrischale wird für den Marktauftritt vorbereitet.
Der von Mosa Meat 2013 vorgestellte erste Burger aus der Petrischale wird für den Marktauftritt vorbereitet.
Quelle: 
Mosa Meat, Redwan Farooq

Insekten, Hülsenfrüchte oder Algen sind vielversprechende Kandidaten, um eine stetig wachsende Weltbevölkerung auch in Zukunft ausreichend zu ernähren und dabei Ressourcen zu schonen. Eine weitere Alternative ist Laborfleisch. Es wird aus Muskelstammzellen von Huhn oder Rind in der Petrischale kultiviert. Fleisch zu essen ohne ein Tier dafür töten zu müssen,  sorgt indes für eine immer größere Akzeptanz bei Verbrauchern und Industrie, wie kürzlich eine Innovationsanalyse Karlsruher Forscher ergab.  

7,5 Mio. Euro für In-Vitro-Burger

Mit dem Pharmaunternehmen Merck setzt nun ein deutsches Unternehmen auf das In-Vitro-Fleisch. Der Wagniskapitalarm M Ventures des Darmstädter Konzerns gehört zu den Hauptinvestoren des niederländischen Start-ups Mosa Meat, das im Rahmen einer Serie-A-Finanzierungsrunde soeben 7,5 Mio. Euro für die Weiterentwicklung ihres Laborfleisches einwerben konnte. 

Das Spin-Off der Universität Maastrich zählt zu den Vorreitern für In-Vitro-Fleisch. 2013 stellte Gründer Mark Post seinen ersten in der Petrischale kultivierten Bratling vor. Er züchtete dafür Rindergewebe aus Stammzellen von Kühen. Mosa Meat zufolge reicht das „kultivierte Fleisch“ geschmacklich an traditionell hergestelltes Fleisch heran, ist aber wesentlich umweltfreundlicher und kommt ohne Massentierhaltung aus.

In-Vitro-Burger ab 2021 im Handel

Mithilfe des frischen Kapitals will Mosa Meat nun sein Laborfleisch für den Marktauftritt vorbereiten. Dafür soll bis zum geplanten Marktauftritt 2021 eine Pilotanlage zur Burger-Herstellung gebaut werden, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die Beteiligung von Merck ist für das Start-up zugleich auch "der Türöffner" zu der Expertise von Merck auf dem Gebiet der Zellkultivierung.

Neben Merck gehören zu den Geldgebern der Schweizer Fleischverarbeiter Bell Food und die auf nachhaltige Lebensmittel spezialisierte Investorengruppe Glass Wall Syndicate.

bb

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