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12.01.2018

Lupinen-Briketts für die Biogasanlage

Die Biodiversität in der Rhön wird durch die Stauden-Lupine bedroht. Forscher der Uni Gießen und Kassel entwickeln Verfahren, um Lupinen-Mahd als Brennstoff zu nutzen.

Die Stauden-Lupine gefährdet die Artenvielfalt im Biosphärenreservat Rhön. Mit einem neuen Verwertungsverfahren kann deren Biomasse zumindest in Bioenergie umgewandelt werden.
Quelle: 
Pixabay

Das Biosphärenreservat Rhön ist eine vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft mit vielen Wiesen und Weiden, aber auch Wildnisgebieten, in denen zahllose Tier- und Pflanzenarten leben – darunter auch viele gefährdete Arten. Allerdings wird diese Artenvielfalt durch die Stauden-Lupine gefährdet, die sich stark ausgebreitet hat. Mehrere Forschungsprojekte der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) befassen sich deshalb mit der Frage, wie das artenreiche Grünlandökosystem erhalten und gleichzeitig die anfallende Lupinen-Biomasse ökologisch sinnvoll genutzt werden kann.

Neue Mahdkonzepte und Verwertungsverfahren

Zu diesem Zweck führt das Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement der Universität Gießen derzeit ein solches DBU-gefördertes Projekt durch, bei dem unterschiedliche Mahdkonzepte getestet werden. Gleichzeitig soll ein Verfahren entwickelt werden, um die anfallende Biomasse zu verwerten. Ganz gezielt wird dafür das Integrierte Festbrennstoff- und Biogasproduktion aus Biomasse (IFFB) –Verfahren getestet, das im Fachgebiet Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe der Universität Kassel entwickelt wurde: Bei dem IFFB-Verfahren wird die anfallende Biomasse zunächst siliert. Nach einer Maischung mit warmem Wasser wird das Material dann gepresst. Anschließend werden aus dem Presskuchen Briketts oder Pellets hergestellt, die thermisch verwertet werden. Zudem wird der Presssaft in einer Biogasanlage weiter genutzt.

Anpassung des Verfahrens an Lupinenbiomasse

In dem aktuellen Vorhaben soll nun untersucht werden, unter welchen Rahmenbedingungen dieses Verfahren auch für Biomasse der Stauden-Lupine genutzt werden kann. In einem ersten Schritt muss dafür die Lupinen-Biomasse chemisch charakterisiert und die gewonnenen Brennstoffe hinsichtlich verbrennungsrelevanter Parameter untersucht werden. Anschließend müssen einige Abläufe und Komponenten des IFBB-Verfahrens an die individuellen Biomasseeigenschaften angepasst werden. Und auch das Verbrennungs-, Emissions- und Ascheverhalten der gewonnenen Brennstoffe muss geprüft werden.

IFBB-Verfahren für Lupine geeignet

Erste Ergebnisse zeigen: Die Lupinen-Biomasse ist durchaus geeignet für die Herstellung eines adäquaten Brennstoffs nach dem IFBB-Verfahren, und aktuelle gesetzliche Emissionsgrenzwerte können eingehalten werden. Tatsächlich zeigen die Untersuchungsergebnisse, dass das IFBB-Verfahren zu einer Erhöhung der Erzeugung erneuerbarer Energien und zu einer Senkung der Klimagasemissionen führen, sowie gleichzeitig einen Beitrag zur Landschaftspflege im Biosphärenreservat Rhön leisten kann. Basierend auf diesen Ergebnissen und den ersten Schätzungen des Biomassepotenzials kann nun die Planung einer Anlage erfolgen, die an eine bereits bestehende landwirtschaftliche Biogasanlage angeschlossen werden soll.

jmr

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