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29.01.2019

Kohlenstoff in Kreisläufen nutzen

Die Gründung des Netzwerkes für Kohlenstoffkreislaufwirtschaft ist besiegelt: Die Bündnispartner wollen den CO2-Ausstoß in der Industrie mithilfe innovativer Kreislaufkonzepte verringern.

Bausteine aus Plastik
Viele Kunststoffe bestehen heute noch aus kohlenstoffhaltigen Rohstoffen, die aus Erdöl oder Ergas hergestellt werden.
Quelle: 
Pixabay

Kohlenstoffhaltige Rohstoffe sind die Basis zahlreicher Produkte. Vor allem die chemische Industrie braucht diese Ressource. Die Branche benötigt pro Jahr etwa 15 Millionen Tonnen Kohlenstoff, um Kunststoffe, Klebstoffe, Schmierstoffe oder Kosmetika herzustellen. In der Regel werden dafür fossile Rohstoffe wie Erdöl oder Erdgas verwendet. Eine Alternative ist die Nutzung pflanzlicher Biomasse, die ebenfalls Kohlenstoff enthält. Die chemische Industrie kann diese nachwachsende Ressource jedoch nicht ohne Weiteres nutzen.

Netzwerk vereint verschiedene Akteure

Ein neues Bündnis will das ändern. Es setzt auf die Kreislaufwirtschaft, um die Rohstoffversorgung in der Branche auf eine nachhaltige Basis zu stellen. Auf Initiative des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS hin fiel im Januar in Espenhain bei Leipzig der Startschuss für die Gründung eines nationalen Netzwerks für Kohlenstoffkreislaufwirtschaft (NK2). 65 Unternehmen und Forschungseinrichtungen gehören dem Bündnis an. Verschiedene Akteure aus Energiewirtschaft, chemischer Industrie, Anlagenbau und Abfallwirtschaft wollen dazu beitragen, dass der wertvolle Rohstoffe Kohlenstoff im System bleibt und nicht freigesetzt wird und somit die Umwelt belastet.

Plattform für Information und Wissensaustausch

„Mit dem neuen Netzwerk NK2 möchten wir eine Plattform für Information, Wissensaustausch und intersektorale, aber auch internationale Vernetzung etablieren. Uns eint die Überzeugung, dass die Kohlenstoffkreislaufwirtschaft nicht nur erhebliche Vorteile für den Klimaschutz bietet, sondern auch große Potenziale für die Wertschöpfung in Deutschland“, sagt Bernd Meyer, Leiter des Netzwerkes und des Geschäftsfeldes Chemische Umwandlungsprozesse am Fraunhofer IMWS.

Kohlenstoffhaltige Biomasse aus Abfallstoffen

Die Abfallwirtschaft als Lieferant kohlenstoffhaltiger Biomasse spielt im Konzept der Kreislaufwirtschaft eine besondere Rolle. Hier gilt es, Abfallstoffe zu recyceln und weiterzuverwenden. Nicht zuletzt setzt das seit Januar dieses Jahres geltende neue Verpackungsgesetz eine höhere Recyclingquote fest und damit neue Maßstäbe für die Industrie. Der Vorteil des neuen Netzwerkes: Alle Akteure, ob Leichtbauunternehmen oder Energieerzeuger, werden ihre sekundären Kohlenstoffquellen für die Weiterverarbeitung bereitstellen, um den Kohlenstoff als Rohstoff im Sinne der Kreislaufwirtschaft für die Entwicklung emissionsfreier Technologien nutzbar zu machen. „Die Sektorkopplung ist der Schlüssel dazu“, ist Meyer überzeugt.

bb

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