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26.09.2017

Kakaopflanzen in Monokultur sind dürretoleranter

Kakaoplantagen in Monokultur überleben Dürrephasen besser als Mischkulturen mit Schattenbäumen. Diese entziehen dem Boden zusätzlich Wasser, so Göttinger Forscher.

Auf einer Kakaofarm in Ghana: Bis zu zwei Wochen lagern die Kakaobohnen in der Sonne zum Trocknen, ehe sie weiterverarbeitet werden.
Kakaofarm in Ghana. Die Bohnen müssen bis zu zwei Wochen trocknen, ehe sie weiterverarbeitet werden können.
Quelle: 
Wikipedia CC BY-SA 2.0

Monokulturen sind hierzulande umstritten. Der einseitigen Bewirtschaftung der Felder wird eine Mitschuld am Rückgang von Insekten und zahlreichen Pflanzen gegeben. In Westafrika hingegen zeigte sich, dass die Monokultur auch vorteilhaft sein kann, wie Forscher der Universität Göttingen im Fachjournal „Global Change Biology" berichten. Feldmessungen auf Plantagen in Westafrika ergaben, dass Kakaopflanzen in Monokulturen Trockenheit besser überstehen als Kakaopflanzen, die in Mischkulturen durch Schattenbäume geschützt werden.

Kakaoanbau unter Bäumen

Über 70 Prozent der weltweiten Kakao-Versorgung kommen aus Ghana, Nigeria und von der Elfenbeinküste. Seit dem El Niño Phänomen von 2015/2016 leidet jedoch die gesamte Region unter extremer Trockenheit. Experten gehen zudem davon aus, dass die Region in Zukunft immer häufiger von heftigen Dürren betroffen sein wird. Um die Kakaopflanzen zu schützen galt bisher deren Anbau unter Schattenbäumen als nachhaltige Lösung. Diese sogenannten Kakaoproforstsysteme wurden sogar gefördert, weil sie das Mikroklima verbesserten und deshalb angeblich einen Schutz vor Klimarisiken darstellten. „Anders als oft propagiert reichen die positiven Änderungen des Mikroklimas durch Agroforstwirtschaft unter solchen extremen Wetterbedingungen nicht aus, um genügend Wassernachlieferung zu gewährleisten“, sagt Issaka Abdulai von der Abteilung Tropischer Pflanzenbau und Agrosystem Modellierung (TROPAGS) der Göttinger Fakultät für Agrarwissenschaften.

Weniger Bodenwasser in Trockenphasen

Die Daten der Göttinger Forscher zeigen, dass Kakaopflanzen, die unter Bäumen wachsen, bei Dürre mehr leiden, als bisher angenommen. In der weniger feuchten Region starben die Kakaopflanzen ab, während jene, die in Monokultur wuchsen, die Dürre besser überlebten. Der Grund: Statt die Kakaopflanzen zu schützen, nehmen diese Schattenbäume in extremen Trockenphasen den Kakaopflanzen das dringend benötigte Bodenwasser weg.

Umdenken gefordert

„Angesichts des Klimawandels erfordern diese Ergebnisse ein Umdenken im Management von Kakao in Westafrika“, sagt Reimund Rötter vom TROPAGS, der die Arbeit betreut hat. Die Studie entstand im Rahmen des Projektes „Trade-offs und Synergien bei der Klimawandelanpassung und -minderung in Kaffee- und Kakaosystemen in Ghana und Uganda“, das vom Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wird.

bb

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