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02.04.2019

Innovationsschub für Vorpommern

Vorpommern will Musterregion für die Bioökonomie werden: Der biobasierte Strukturwandel wird mit 15 Mio. Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Mithilfe der Vielfalt an pflanzlichen Ressourcen will Vorpommern eine Vorreiterrolle bei der biobasierten Kreislaufwirtschaft einnehmen.
Quelle: 
Getty Images/Kurt Mobus

Land, Moor und Meer sind die drei Kompetenzfelder, auf die Mecklenburg-Vorpommern beim biobasierten Strukturwandel setzen kann. Im Fokus steht die hochwertige Veredelung von pflanzlichen Rohstoffen wie Ackerfrüchten, Schilf oder Algen. Bis 2030 sollen aus diesen nachwachsenden Rohstoffen Produkte entstehen, die der Region zum wirtschaftlichen Aufschwung verhelfen und sie zur Musterregion der Bioökonomie machen. Dieses ambitionierte Ziel verfolgt das Bündnis Plant3. Das Projekt gehört zu den 20 Vorhaben, die nun im Rahmen des Programms „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ vom Bundesforschungsministerium gefördert werden. Den Verbundpartnern stehen in den kommenden fünf Jahren bis zu 15 Mio. Euro für den Strukturwandel zur Verfügung.

„Die Initiative hat jetzt schon eine sehr gute Dynamik entfaltet, wie ich sie in Vorpommern noch nicht erlebt habe“, erklärt Rolf Kammann, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern. „Der partizipative Ansatz, die Einbeziehung aller Akteure von Fischern und Landwirten, die die wertvollen Rohstoffe liefern, bis hin zum Biotechnologieunternehmen, das daraus Inhaltsstoffe extrahiert, die wiederum in der Lebensmittelindustrie, der Bau-, Energie oder Textilbranche im Land Verwendung finden, ist unser Schlüsselbeitrag zum Strukturwandel im östlichen Mecklenburg-Vorpommern.“

Historische Chance für die Region

Das Verbundprojekt Plant3 wird von der Universität Greifswald koordiniert und besteht aus 60 Unternehmen, Verbänden, Landwirten, öffentlichen Verwaltungen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen – darunter die Enzymicals AG, WITENO GmbH und die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern mbH. „Die Ablösung einer auf fossilen Ressourcen basierenden Wirtschaft durch die Nutzung biobasierter Ressourcen und biologischer Prozesse bietet für unsere Region eine historische Chance, immense Wertschöpfung vor Ort zu erzielen und nicht weiter landwirtschaftliche Rohstoffe zu exportieren und die verlängerte Werkbank für andere Regionen zu sein“, sagt Stefan Seiberling von der Universität Greifswald.

Produkte für die Bioökonomie

Das Bündnis setzt auf die Stärken der Region: So stellten Leguminosen, wie beispielsweise die Blaue Süßlupine, in der Landwirtschaft eine wertvolle Eiweißquelle für die Weiterverarbeitung in der Ernährungswirtschaft dar. Schilf und Rohrkolben aus wiedervernässten Mooren könnten wiederum Fasern für neue Bau- und Dämmstoffe liefern. Hochwertige Spezialzucker aus Meeresalgen, die unter anderem in Pharmazeutika oder Kosmetika eingesetzt werden, könnten zukünftig auch eine zusätzliche Einkommensquelle für Fischer sein.

Impulsgeber für Ideen

Zum Projekt gehört auch eine Denkfabrik, die die Entwicklung neuer Wertschöpfungsketten wissenschaftlich begleiten und daraus Impulse für die strategische Weiterentwicklung von Ideen geben soll. „Wir entwickeln neue Instrumente, um die Ideen aufkeimen zu lassen und daraus konkurrenzfähige Unternehmensgründungen zu ziehen, die zukünftig das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie mit Leben füllen“, erklärt Wolfgang Blank, Geschäftsführer der Witeno GmbH. Das neue Zentrum soll in unmittelbarer Nähe zum BioTechnikum Greifswald, dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. und zum Universitätscampus in Greifswald entstehen. Die Bauarbeiten beginnen im Sommer 2019 und sollen bis 2021 abgeschlossen sein.

bb

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