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08.11.2016

Impulse für nachhaltiges Wirtschaften

Wie kann nachhaltiges Wirtschaften in Deutschland gestärkt werden? Ein Beratungsgremium der Bundesregierung wartete auf der Green Economy Konferenz in Berlin mit Empfehlungen auf.

Green Economy Konferenz: Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Marlehn Thieme, RNE, Parthe Dasgupta, University of Cambridge, Edward Barbier, University of Wyoming, Johanna Wanka, Bundesministerin für Bild
Green Economy Konferenz: Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (li.), Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (2.v.r)
Quelle: 
Michael Gottschalk, photothek / Forschung für Nachhaltige Entwicklung

Mit ihrer „Hightech-Strategie“ hat die Bundesregierung auch den Weg für ein nachhaltiges Wirtschaften geebnet. Doch wie lässt sich das Thema Nachhaltigkeit hierzulande verankern und gleichzeitig der Innovations- und Technologiestandort Deutschland stärken? Mit diesen Fragen hat sich das Fachforum „Nachhaltiges Wirtschaften“, ein Expertenkreis des Hightech-Forums, das die Bundesregierung berät, beschäftigt. Bei der Green Economy Konferenz Anfang November in Berlin wurden die Empfehlungen an Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks überreicht. Deren beide Häuser hatten die Erarbeitung des Papiers unterstützt.

Nachhaltigkeit gestalten

Über 300 Sachverständige aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik diskutierten auf der Konferenz, wie Wirtschaft und Innovationssystem auf eine nachhaltige Wirtschaftsweise ausgerichtet werden können.

Fünf zentrale Handlungsempfehlungen haben sich für die Experten herauskristallisiert: Forschung und Innovation müsse hierzulande an globalen UN-Nachhaltigkeitszielen ausgerichtet werden. Es gehe darum, das Thema Nachhaltigkeit wettbewerbsfähig zu machen und sie auch zu bewerten. Der Staat müsse bei dem Thema eine Vorbildrolle nach innen (Verwaltung nachhaltig ausrichten) und außen (über Steuerungsinstrumente) übernehmen. Darüberhinaus sollte das Thema frühzeitig in Bildungseinrichtungen vermittelt werden, um Kompetenzen für Forschung und Innovation zu schaffen. Außerdem müsse der gesellschaftliche Dialog vorangebracht werden, mit einem Austausch auf Augenhöhe zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.

Biomasse-Forschung vorantreiben

Wie das erreicht werden kann wird in dem 47 Seiten umfassenden Papier jeweils mit Umsetzungsbeispielen aus der Chemie- und Ernährungsindustrie sowie der Finanzwirtschaft unterlegt. So sollten Unternehmen beim Einsatz nicht erneuerbarer Ressourcen jeweils den kompletten Wertschöpfungsprozess im Blick haben, raten die Autoren. Darüber hinaus wird die Forschung als Treiber gesehen, um fossile Rohstoffen zunehmend durch nachhaltig erzeugte Biomasse zu ersetzen. Auch der Erschließung neuer Kohlenstoffquellen für die industrielle Nutzung sowie das Meer als neue Nahrungs- und Rohstoffquelle werden im Rahmen der Forschungsagenda favorisiert.

„Nachhaltigkeit steht nicht im Widerspruch zu Wirtschaftswachstum, sondern kann ein Wettbewerbsvorteil für Deutschland sein“, betonte Johanna Wanka in ihrer Rede zum Kongressauftakt. Dafür seien jedoch starke Impulse aus der Forschung und ein breites Bündnis für die Green Economy notwendig. Wanka kündigte an, noch bis Ende des Jahres eine neue Wissenschaftsplattform zu starten, um mehr nachhaltige Innovationen durch eine engere Zusammenarbeit zu ermöglichen. „Diese Plattform hilft, neue Allianzen zu knüpfen und neue Partner für nachhaltiges Wirtschaften zu finden“, so die Ministerin. Das BMBF stellt für die Nachhaltigkeitsforschung bis zum Jahr 2018 insgesamt 350 Millionen Euro zur Verfügung.

Auch Bundesumweltministerin Hendricks hob in Berlin hervor, dass der Strukturwandel nur gemeinsam gestaltet werden könne und hierfür auch eine nachhaltige Finanzwirtschaft notwendig sei. „Nachhaltige Finanzanlagen müssen raus aus der Nische in den Massenmarkt“, appellierte Hendricks.

bb/pg

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