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23.01.2019

Grüne Woche: Zukunft erleben und schmecken

Insektenfood, Proteinbier oder Algensnack: Auf der Grünen Woche in Berlin können Besucher einen Eindruck gewinnen, was morgen auf den Teller kommt.

Insektensnack auf der Grünen Woche
Quelle: 
BIOCOM/mr

1.750 Aussteller aus 61 Ländern präsentieren sich vom 18. bis 27. Januar auf der Internationalen Grünen Woche am Berliner Funkturm. Rund 400.000 Besucher werden nach Angaben der Veranstalter auf dem Messegelände erwartet. Partnerland ist in diesem Jahr Finnland. Die 84. Auflage der globalen Leitmesse für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau zeigt nicht nur Neuerungen rund um Ernährung und Landwirschaft. Sie bietet auch eine internationale Plattform für neue biobasierte Produkte und Innovationen.

Primär ist die Grüne Woche jedoch vor allem eines: eine kulinarische Entdeckungsreise. Neben exotischen Speisen und regionalen Spezialitäten sind es die Trends von morgen, die auch in diesem Jahr neugierig machen. Ob Proteinbier, gebratene Insekten oder Proteinsnacks aus Algen – die Lebensmittelbranche setzt hier mit gesunden und nachhaltigen Produkten ein Zeichen. 

Besonderer Blickfang in der Bioökonomie-Halle 4.2: ein Porsche Cayman GT4 als Bioconcept-Car. Der schnittige und farbenfrohe Rennwagen ist ein Prototyp, dessen Leichtbau-Karosserie in Teilen aus Pflanzenfasern und biobasiertem Kunststoff besteht. Er ist damit ein anschauliches Beispiel, wie biobasierte und nachhaltige Produkte den Alltag erobern.  

Der Porsche Cayman GT4 besteht zu weiten Teilen aus Pflanzenfasern und biobasiertem Kunststoff.
Quelle: 
BIOCOM/bb

Bioconcept-Car: Dieser Porsche Cayman GT4 besteht in Teilen aus Pflanzenfasern und biobasiertem Kunststoff und fährt mit Biokraftstoff im Tank.

Dazu gehören auch Kinderspielzeug aus Bioplastik und ein 3D-Drucker. Alltagsprodukte wie diese sind am Stand der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) zu sehen. In der Baubranche sind pflanzliche Baustoffe wie Dämmmaterialien aus Stroh, Flachs oder Seegras mittlerweile ebenfalls weit verbreitet. Informationen zum Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen gibt die Wanderausstellung BAUnatour des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Holz als Grundstoff für neue biobasierte Materialien

Holz erfährt auf der Grünen Woche ebenfalls besondere Aufmerksamkeit. Der nachwachsende Rohstoff ist vor allem bei der Entwicklung neuer biobasierter Produkte gefragt. Welches Potenzial in dem Rohstoff steckt, können Besucher am Fraunhofer-Stand in Halle 4.2. erleben. Hier zeigen Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP, wie aus Cellulose Fasern, Folien und Vliese entstehen, Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Holzforschung stellen ein neues, druckfestes Material aus Holzschaum sowie Klebstoffe aus Lignin vor.

Biobasierte Lebensmittelpackungen auf der Grünen Woche 2019/Halle 23a
Quelle: 
BIOCOM/bb

Eine Palette biobasierter Lebensmittelverpackungen, wie Eierpappen aus Gras, Stiftablagen aus Bioplastik oder Flaschenkartons aus Pilzmyzel. 

Mit Pflanzenzüchtung zu mehr Biomasse

Nicht nur Holz wird stofflich und energetisch als Biomasse genutzt. Auch die Nutzung von Agrarreststoffen steht im Fokus einer nachhaltigen Wirtschaft. Unter dem Motto „Die Bioökonomie beginnt mit der Pflanzenzüchtung“ stellt sich die Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovationen e.V. (GFPi) auf der Messe in Berlin vor. Anhand von Kulturpflanzen wie Weizen, Mais oder Raps werden hier nicht nur das wirtschaftliche Potenzial, sondern auch die Vorteile der Pflanzenzüchtung aufgezeigt. „Wir Pflanzenzüchter sehen uns als Startpunkt der Bioökonomie“, erklärt Steffen Kawelke vom GFPi. Neben ertragreicheren und resistenteren Pflanzensorten sieht er digitale Systeme als einen Motor, um die Biomasseproduktion anzukurbeln. „Die Bioökonomie braucht Biomasse. Digitale Systeme bieten hier den Vorteil, dass die Phänotypisierung nicht mehr invasiv erfolgt und Pflanzen für die Untersuchung abgeerntet werden müssen.“

Wegen der hohen Nachfrage und der für die Bioökonomie großen Bedeutung ist ein nachhaltiger Umgang mit dem heimischen Rohstoff Holz essenziell. Hier setzt die Arbeit des neu gegründeten Kompetenz- und Informationszentrums Wald und Holz (KIWUH) an, das sich erstmals auf der Grünen Woche präsentiert. „Wir denken generationsübergreifend und wollen beraten und informieren“, erklärt KIWUH-Pressereferentin Martina Plothe.

bb

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