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19.10.2015

Deutsche Start-ups punkten mit grünen Ideen

Die Finalisten für den ersten europäischen Gründerpreis der Kreislaufwirtschaft stehen fest. Sechs Start-ups, darunter drei deutsche Unternehmen, haben sich mit ihren grünen Ideen für das Rennen um den Green Alley Award qualifiziert.

Mit dem Green Alley Award werden pfiffige Ideen gefördert, welche die Abfallentsorgung und -verwertung grüner machen.
Mit dem Green Alley Award werden pfiffige Ideen gefördert, welche die Abfallentsorgung und -verwertung grüner machen.

Kompostierbare Wände aus Getreideabfällen, vertikale Gewächshäuser oder Designertaschen aus Solarmodulen –  mit solchen und weiteren Ideen konnten sich sechs Start-ups  in diesem Jahr für den „Green Alley Award“ qualifizieren. Ins Rennen um Europas ersten Gründerpreis der Circular Economy gehen neben zwei britischen und einem irischen Unternehmen auch drei deutsche Start-ups. Beim Finale am 4. November in Berlin müssen sie dann in einem dreiminütigen Live Pitch die Jury von ihrer grünen Idee überzeugen. Der Green Alley Award wird seit 2014 von einem Netzwerk aus Partnern der internationalen Green Economy- und der Europäischen Gründerszene gemeinsam mit Deutschlands führender Crowdfunding Plattform Seedmatch an Start-ups  der Kreislaufwirtschaft verliehen. In diesem Jahr wurde die Suche nach innovativen Geschäftsmodellen im Bereich Kreislaufwirtschaft erstmals auf ganz Europa ausgedehnt.

„Neue Ansätze und Lösungen für den bisherigen Umgang mit Ressourcen und Abfall zu finden ist eine Aufgabe, die nicht an Ländergrenzen aufhört“, erklärt Geschäftsführer der Green Alley Investment GmbH, Jan Patrick Schulz. Im Fokus des ersten europäischen Wettstreits für grüne Ideen der Abfallwirtschaft stehen neue Geschäftsmodelle, die den Herausforderungen der Wegwerfgesellschaft, der Ressourcenknappheit und der Rückgewinnung von Rohstoffen begegnen.

Neues Denken gefragt

Insgesamt 100 Start-ups aus 17 Ländern haben sich um den Green Alley Award in diesem Jahr beworben. Für die Initiatoren ist das vor allem ein Beweis dafür, dass Europa dringend ein „neuartiges Denken“ braucht. Aus der Vielzahl der Bewerber wurden schließlich sechs Start-ups für das große Finale am 4. November in Berlin nominiert. Mit Binee, Infarm und Solstrøm stehen  gleich drei deutsche Start-ups in der Endrunde um den grünen Preis. Den Siegern winkt neben Geld- und Sachleistungen in Höhe von 20.000 Euro auch die Option einer Finanzierung entweder durch ein Investment oder über Crowdfunding. „Wir freuen uns darüber, dass europaweit Start-ups ökologische Innovationen entwickeln und auf den Markt bringen wollen, um so volkswirtschaftlich und gesellschaftlich neue Impulse zu setzen“, betont Jens-Uwe Sauer, Geschäftsführer von Seedmatch.

Wie vielfältig das Thema Abfall sein kann, zeigen die sechs Finalisten des Green Alley Award.

Hier die Ideen im Überblick:

Adaptavate: Das britische Start-up entwickelte aus Getreideabfällen eine umweltfreundliche und sogar atmungsaktive Alternativ zu den schwer recyclebaren Wand- und Deckenplatten aus Gips. Ihr Produkt „Breathaboard“ wird zu 75 Prozent aus Getreideabfällen der Landwirtschaft hergestellt und ist vollständig kompostierbar.

Binee: Das deutsche Start-up kreierte eine smarte Abfalltonne, wodurch die Entsorgung alter Elektrogeräte zu einem bequemen und spielerischen Service wird. Über eine Kamera erkennt die Tonne automatisch die eingeworfenen Geräte. Eine daran gekoppelte App, über die der User wichtige Informationen zu seinem Elektro-Abfall erhält, belohnt diesen für seinen Einwurf sogar mit Bonuspunkten.

Infarm: Das Berliner Start-up mit israelischen Wurzeln hat sich zum Ziel gesetzt,  die Lebensmittelverschwendung einzudämmen. Die von ihnen entwickelten vertikalen Gewächshäuser sorgen dafür, dass Obst und Gemüse wieder dort angebaut wird, wo Menschen leben und so lange Transportwege entfallen. Sie können auch in Supermärkten oder Restaurants aufgestellt werden.

Entocycle: Das britische Start-up will systematisch Soldatenfliegen züchten. Die Larven der Proteinlieferanten ernähren sich von Bioabfällen und können so das Abfallvolumen erheblich senken. Gleichzeitig werden die Fliegen zu einem protein- und nähstoffreichen Tier-Futtermittel.

Solstrøm Furniture: Das deutsche Start-up hat sich auf die Wiederverwertung von Photovoltaik-Anlagen spezialisiert. Durch Upcycling werden aus PV-Modulen edle Designer-Taschen für das Büro, die sogar Laptops oder Handys direkt mit Solarenergie versorgen können.

Votechnik: Das irische Start-up hat eine patentierte Lösung gefunden, um die giftigen Elemente aus LCD-Fernsehern in einem automatisierten Prozess sicher zu entfernen und damit den Recyclern von Elektroschrott die Arbeit erheblich zu erleichtern.

Der Start-up-Wettbewerb wurde 2014 von der Green Alley Investment GmbH in Kooperation mit der führenden deutschen Crowdfunding-Plattform Seedmatch ins Leben gerufen. Dieses Jahr konnten zudem die European Recycling Platform (ERP) UK und der Londoner Accelerator Bethnal Green Ventures als neue Partner gewonnen werden.

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