Newsletter

Link versenden
28.09.2017

Chitosan jetzt auch aus Algen

Krabbenschalen sind bislang der Rohstoff für das Biopolymer Chitosan. Münsteraner Biotechnologen gewinnen den Stoff nun aus Algen oder Pilzen.

Krabbenschalen, Inhaltsstoff Chitosan als pflanzenschutz
Der Krabbenpanzer ist die bisher wichtigste Quelle, um den Rohstoff Chitosan zu gewinnen.
Quelle: 
Rolf Plühmer / pixelio.de

Chitosan ist ein wichtiger industrieller Rohstoff. Das aus Chitin gewonnene Biopolymer ist wegen seiner strukturgebenden und biokompatiblen Eigenschaften nicht nur für Medizin­produkte bestens geeignet. Er wird aber auch zur Herstellung von Fasern, Schaumstoffen oder Folien genutzt. Bisher wurde der Rohstoff meist aus Krabbenschalen gewonnen. Im EU-Projekt „Nano3Bio“ hat ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftlern der Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) nun die Grundlage für die biotechnologische Herstellung dieses wichtigen Rohstoffs gelegt. Das Vorhaben wurde von der Europäischen Kommission in den vergangenen vier Jahren mit rund zehn Mio. Euro gefördert.

„Wir haben in wichtigen Bereichen den Durchbruch von der Grundlagenforschung hin zur Anwendung in biotechnologischen Verfahren erreicht oder vorbereitet", so das Fazit von Bruno Moerschbacher vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der WWU. Die Ergebnisse wurden im September beim Abschlusstreffen der Forscher in Indien präsentiert.

Einsatzfeld für Chitosan erweitert

So entwickelten die Forscher eine neue Methode zur Herstellung von Chitosanen mit eindeutig definierten Strukturen, sodass ein passgenauer Einsatz des Rohstoffs möglich ist. Auch gelang es ihnen erstmals, das Biopolymer aus Algen zu erzeugen. Erfolge gibt es zudem auch für die Krebstherapie zu vermelden. Hier ebneten sie den Weg dafür, dass sich Medikamente durch Chitosane gezielt in Tumorzellen schleusen lassen. Zugleich identifizierten sie Gene von Bakterien, Pilzen und Algen, die für die biotechnologische Erzeugung von Chitosanen maßgeblich sind. Damit ist der Grundstein gelegt, um aus dem Rohstoff Chitin nicht nur passende Chitosane für vielfältige Anwendungen, sondern auch einen qualitativ hochwertigen Rohstoff herzustellen.

Rohstoffe ersetzen

Moerschbacher ist überzeugt, dass die Arbeit des Teams zukunfsweisend ist. „Schließlich werden erneuerbare Ressourcen immer wichtiger, da viele fossile Rohstoffe zur Neige gehen und durch ihren Abbau oder ihre Nutzung erhebliche Umweltschäden verursachen. Biotechnologisch hergestellte Stoffe werden also in absehbarer Zeit viele bisherige Rohstoffe ersetzen müssen."

bb

Back to top of page