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26.09.2013

Initiative Biotechnologie 2020+: Mit Großprojekten auf Kurs

Im Rahmen der "Initiative Biotechnologie 2020+" arbeiten die Forschungsorganisationen an millionenschwere Großprojekten - zu Themen wie Synthetische Biologie oder druckbare Biotechnik.

biofabrik Initiative Biotechnologie 2020+
Die Biofabrik - ob in der Zelle oder aber auch im zellfreien System
Quelle: 
Benjamin Stolzenberg

Bioreaktoren auf Oberflächen ausdrucken, synthetische Zellen konstruieren oder mithilfe von Mikrokanälen Synthesewege für neue Wirkstoffe zusammenstöpseln. Das sind Visionen für die Biotechnologie der Zukunft, denen sich die großen deutschen Forschungsorganisationen verschrieben haben. Unter dem Dach der BMBF-Initiative „Biotechnologie2020+“ wurden hier millionenschwere Verbundprojekte gestartet.

Visionen der Biotechnologie der Zukunft ausloten und damit die Grundlage für den Aufbau einer biobasierten Wirtschaft schaffen – mit diesem Ziel hatte das BMBF  im Jahr 2010 den Strategieprozess „Nächste Generation biotechnologischer Verfahren“ gestartet. Dafür stehen in den kommenden Jahren 200 Millionen Euro zur Verfügung. Das Besondere an „Biotechnologie2020+“: Es handelt sich um eine gemeinsame Initiative des Bundesforschungsministeriums, der vier großen außeruniversitären Forschungsorganisationen und der Hochschulen. Der vierte Jahreskongress am 27. Juni in Berlin markierte nun das vorläufige Ende der ersten Phase des Dialogprozesses, in dem Fachexperten wie Forschungstrendscouts über innovative Produktionsverfahren nachgedacht haben.

 

Zukunftsthema in Forschungslandschaft verankert

„Im konstruktiven Dialog auf vier Kongressen und in acht Expertengesprächen haben wir es geschafft, die wichtigsten Etappen für die Umsetzung einer nächsten Generation biotechnologischer Verfahren auszuloten, visionäre Produktideen zu formulieren und das Thema in der Forschungslandschaft zu verankern“, sagte BMBF-Staatssekretär Braun. Im Zuge von nunmehr 35 Forschungsprojekten und zwei gekürten Forschungspreisträgern und bisher investierten 60 Millionen Euro kündigte er die Fortsetzung der Initiative an. So wurde unter anderem die dritte Ausschreibung innerhalb von „Biotechnologie 2020+“  - der Ideenwettbewerb „Neue Produkte für die Bioökonomie“ - gestartet. „Wichtig ist uns insbesondere eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen der Biologie und den Ingenieurwissenschaften. Nur durch eine interdisziplinäre Vorgehensweise wird es gelingen, wirklich neuartige Produktionsverfahren zu entwickeln“, betonte Braun. Um den Austausch zwischen Vertretern aus Forschungsorganisationen, Hochschulen und Wirtschaft weiter zu ermöglichen, soll der Koordinierungskreis weiter bestehen bleiben und auch künftig seien Kongresse und Statusseminare der geförderten Projekte geplant.

Große Verbundprojekte der Forschungsorganisationen vorgestellt

Die vier großen deutschen Forschungsorganisationen haben den Strategieprozess „Biotechnologie 2020+“ von Beginn an maßgeblich mitgeprägt. Beim Jahreskongress machten sich hochrangige Vertreter der Organisationen einhellig für die Fortführung von „Biotechnologie 2020+“ stark und überreichten dem BMBF Handlungsempfehlungen zur Zukunft der Initiative. Sie haben zudem eigene, millionenschwere Großprojekte angekündigt:

  • Die Max-Planck-Gesellschaft wird ab 2014 das Forschungsnetzwerk "MaxSynBio" aufbauen, in dem die Synthetische Biologie und die künstliche Zelle im Fokus steht. Gemeinsam mit dem BMBF, das die Hälfte des Budgets beisteuert, werden 20 Millionen Euro für den auf sechs Jahre angelegten Verbund aus neun Max-Planck-Instituten zur Verfügung stehen.
  • Die Vision einer druckbaren Biotechnologie ist ein Aspekt des Netzwerks Molecular Interaction Engineering, das die Helmholtz-Gemeinschaft an drei ihrer Forschungszentren in Jülich, Karlsruhe und Geesthacht aufbaut (Budget 10 Millionen Euro, die Hälfte ebenfalls vom BMBF). Im Mittelpunkt stehen Hybridtechnologien: Biomoleküle werden so entwickelt, dass sie sich auf Oberflächen mit neuartigen chemischen und elektrischen Eigenschaften aufbringen lassen. So sollen quasi ausdruckbare Schaltkreise und Reaktionsräume entstehen, die etwa für die Diagnostik wichtig sein könnten.
  • Mit Hightech-Synthesewegen zu neuen Wirkstoffen kommen will ein „Leibniz Research Cluster“, in dessen Rahmen unter anderem Nachwuchsgruppen an fünf Leibniz-Instituten geplant sind. Hier soll es darum gehen, neue Ansätze der Synthese von Naturstoffen miteinander zu koppeln. So sollen etwa durch mikrofluidische Verfahren Synthesewege zusammengeschaltet werden.
  • Das Konsortium "Biomoleküle vom Band“ von der Fraunhofer-Gesellschaft ist bereits im Jahr 2011 gestartet. Das Ziel: Ein modularer Bioreaktor für die zellfreie Proteinsynthese. 15 Millionen Euro stellt das BMBF für die Zusammenarbeit von acht Fraunhofer-Instituten über eine Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung, die Fraunhofer-Gesellschaft ist mit 6 Millionen Euro beteiligt.

pg

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