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26.10.2017

Bioökonomie in Berlin

Berlin verfügt bislang über keine spezifische Bioökonomie-Strategie. Allerdings macht es sich für nachhaltiges Wirtschaften im städtischen Raum stark und in Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg werden Forschung und Firmengründungen auch aus dem Bereich Bioökonomie gefördert. In Berlin als Hochschulstandort sind viele entsprechende Forschungsprojekte angesiedelt und es bietet diverse Studienmöglichkeiten zu bioökonomischen Kernthemen. Darüber hinaus finden in Berlin nationale und internationale Konferenzen zur Bioökonomie statt.

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Politische Grundlagen

2011 wurde die „Potenzialanalyse zur regionalen Bioökonomie in Berlin und Brandenburg“ durchgeführt. Demnach hat die Region das Potenzial beim Aufbau der Bioökonomie in Deutschland eine führende Rolle zu spielen. Seit 2011 verfügen Berlin und Brandenburg mit der innoBB über eine gemeinsame Strategie für verschiedene Wirtschaftszweige. Im Zentrum steht dabei die länderübergreifende Förderung verschiedener Cluster und Querschnittsthemen. Bislang ist Bioökonomie mit dem Bereich Life Science als Verbundthema vor allem dem Cluster Gesundheitswirtschaft zugeordnet. Biotechnologie ist ein wichtiger Teil der Gesundheitswirtschaft, was auch an der Anzahl der Technologieparks deutlich wird: Campus Berlin-Buch, Biotechnologiepark Luckenwalde, berlinbiotechpark und Berlin Adlershof. Bioökonomische Themen finden sich aber auch in den Clustern Energietechnik sowie Verkehr, Mobilität und Logistik.

Bioökonomie spielt in der kommunalen Abfallverwertung Berlins ebenfalls eine Rolle. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) erfüllte als erstes öffentliches Unternehmen bundesweit den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Mit seiner Strategie hat Berlin deutschlandweit Maßstäbe in Sachen Effizienz und Nachhaltigkeit gesetzt. Von der BSR getrennt gesammelte Bioabfälle werden in einer Biogasanlage umgewandelt. Mit dem Biogas wiederum werden rund 150 Müllwagen betankt. Auf diese Weise werden pro Jahr 2,5 Millionen Liter Diesel eingespart und der Ausstoß von 9.000 Tonnen CO2 vermieden. Für ihre vorbildliche Biogut-Verwertung wurde die BSR mehrfach ausgezeichnet.

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Forschungslandschaft

Berlin ist ein ausgewiesener Hochschulstandort und verfügt zusätzlich über viele außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, an denen zu bioökonomischen Themen und Nachhaltigkeit geforscht wird. Mit der länderübergreifenden Berlin-Brandenburger Forschungsplattform BB3R einschließlich eines Graduiertenkollegs werden die medizinische und biotechnologische Forschung gefördert. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt und umfasst derzeit 50 Mitarbeiter aus verschiedenen Forschungseinrichtungen. An den Berliner Hochschulen werden verschiedene Studiengänge angeboten, die sich mit Nachhaltigkeit und biobasierter Wirtschaft befassen wie beispielsweise die Studiengänge „regenerative Energien“ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) oder „Nachhaltiges Management“ an der Technischen Universität Berlin (TUB). Mit einem Nachhaltigkeitszertifikatsprogramm bietet die TUB Studierenden die Möglichkeit, in ihrem regulären Studiengang einen Schwerpunkt Nachhaltigkeit zu setzen. Das Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität Berlin (IASP) befasst sich mit verschiedenen bioökonomischen Themen innerhalb seiner Forschungsschwerpunkte Lebensmitteltechnologie, Nutztierhaltung, Pflanzensysteme und biologische Rohstoffe. Darüber hinaus bietet das IASP verschiedene Dienstleistungen in diesen Bereichen an und trägt zur Vernetzung von Forschung und Unternehmen wie beispielsweise mit der Begrünung von Gleisanlagen bei. Forschungseinrichtungen wie die Charité oder die Freie Universität Berlin (FUB) sind Partner in deutschlandweiten, staatlich geförderten Netzwerken zu Antiinfektionsstrategien (infect control 2020) oder zu Antibiotikaresistenzen (Verbundprojekt RESET).

Hervorzuheben ist auch die Konferenz „Innovationsakademie Lignocellulose“. 2017 laden die beiden Cluster Gesundheitswirtschaft und Kunststoffe/Chemie der innoBB bereits zum dritten Mal zum Dialog über Lignocellulose ein. Berlin ist zudem Veranstaltungsort vieler nationaler und internationaler Konferenzen zum Thema Bioökonomie, sei es auf Initiative von Forschungseinrichtungen oder politischen Gremien.

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