In der Bioökonomie setzt die Universität Hohenheim mit dem Projekt C.A.T.A.L.I.S.T. einen neuen Schwerpunkt auf die Skalierung zellulärer Landwirtschaft. Mit 1,1 Millionen Euro aus dem Europäischer Fonds für regionale Entwicklung entsteht eine Bioreaktoren-Plattform für den Übergang von Laborprozessen in den Pilotmaßstab.
Skalierbare Bioreaktoren für die Lebensmittelproduktion
Im Zentrum der Anlage stehen modular aufgebaute Bioreaktoren, in denen Mikroorganismen und Pilze unter kontrollierten Bedingungen Proteine, Fette und Aromastoffe erzeugen. Forschende können Prozessketten von der Laborentwicklung bis zur größeren Produktionsmenge abbilden. Die Verbindung von Präzisionsfermentation und digitaler Prozesssteuerung soll eine effizientere Ressourcennutzung ermöglichen.
Brücke zwischen Landwirtschaft und biotechnologischer Kreislaufwirtschaft
Nach dem Leitprinzip „Food First“ werden landwirtschaftliche Nebenströme gezielt als Nährmedien genutzt. So lassen sich etwa Molke oder Sojapresskuchen in hochwertige Lebensmittelbestandteile umwandeln, bevor Reststoffe in weitere Nutzungskreisläufe übergehen. Damit entsteht ein Ansatz, der klassische Landwirtschaft, Indoor-Produktion und biotechnologische Verfahren enger verzahnt.
Kooperationen mit Industrie, Hochschulen und Forschungseinrichtungen wie der Fraunhofer-Gesellschaft sollen den Wissenstransfer beschleunigen und die Entwicklung marktfähiger Anwendungen vorantreiben. C.A.T.A.L.I.S.T. versteht sich als Brücke zwischen Forschung und industrieller Umsetzung in der Bioökonomie.
Langfristig zielt die Initiative darauf ab, Ernährungssysteme widerstandsfähiger und ressourcenschonender zu gestalten. Besonders in Regionen mit hoher Flächenkonkurrenz eröffnet die zelluläre Landwirtschaft neue Möglichkeiten, Produktion teilweise in kontrollierte Innenräume zu verlagern und so Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit zu verbinden.
hb
