Frau Klug, was hat Sie persönlich an der Frage gereizt, wie pflanzliche Proteine im menschlichen Körper wirken – und hat die Arbeit an AlProPlant Ihren eigenen Blick auf Ernährung verändert?
Ich habe in den vergangenen Jahren mit großem Interesse verfolgt, wie das Angebot an pflanzlichen Proteinen und Fleischalternativen gewachsen ist. Da ich selbst gerne zu pflanzlichen Alternativprodukten greife, hat mich natürlich interessiert, welche Erkenntnisse die ernährungswissenschaftliche Forschung zu diesen Produkten liefert. Ich war überrascht, dass sich bislang nur wenige Humanstudien damit beschäftigt haben, wie diese Produkte, insbesondere pflanzliche Fleischalternativen, im Körper wirken. Deshalb habe ich mich besonders gefreut, dieser Fragestellung im Rahmen des AlProPlant Projekts nachgehen zu können.
Durch meine Arbeit im Projekt und die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen der Lebensmittelwissenschaften habe ich vor allem einen neuen Blick auf die Bedeutung der Verarbeitung pflanzlicher Proteine gewonnen. Stark verarbeitete Lebensmittel werden ja oft pauschal als „ungesund“ wahrgenommen. Die Verarbeitungsschritte bei der Herstellung pflanzlicher Proteinzutaten und Fleischalternativen können aber auch positive Effekte haben, indem sie beispielsweise die Verdaulichkeit pflanzlicher Proteine verbessern.