Hitze, Wasser- oder Nährstoffmangel setzen Pflanzen unter Stress und führen oft zu Ernteausfällen. Gelbe oder braune Blätter sind Zeichen, dass die Pflanze kränkelt. Doch ist die Schädigung erst einmal sichtbar, ist es für eine Rettungsaktion meist schon zu spät – denn die Symptome zeigen sich erst in der späten Stressphase. Was Hobbygärtner ärgert, kann für professionelle Gartenbauer und Landwirte jedoch existenziell sein. Mit einem mobilen Fitnesscheck will Phytoprove Pflanzenanalytik Abhilfe schaffen und damit zu einer bedarfsgerechten und umweltschonenden Düngepraxis beitragen.
Für die Idee wurde das Start-up von Daniel Weber und Thomas Berberich mit dem diesjährigen Leibniz-Gründerpreis ausgezeichnet. Das Preisgeld von 50.000 Euro soll das junge Unternehmen in der weiteren Gründerphase unterstützen. Phytoprove ist ein Spin-off des zur Leibniz-Gemeinschaft gehörenden Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums (SBiK-F) in Frankfurt am Main.
Vitalcheck auf nicht-invasive Art
Mit seiner mobilen Messmethode konnte sich Phytoprove gegen neun weitere Nominierte durchsetzen. Entscheidend war, dass die Geschäftsidee eine Frühdiagnose von Pflanzenschädigungen und damit ein rechtzeitiges Gegensteuern ermöglicht. Der Fitnesscheck basiert auf der Analyse des Photosynthese-Systems. Dabei wird der physiologische Zustand der Pflanze auf nicht-invasive Art gemessen. Die Vitalfunktionen werden über eine Art Clip erfasst, der an den Blättern befestigt wird. Die Daten vom Clip können direkt über eine App auf ein Smartphone oder Tablet übertragen werden. So kann der Nährstoffbedarf festgestellt und bewertet werden, wie gesund die Pflanze ist und ob Dünger eingesetzt werden muss.