Gemüse- und Obstanbau in der Stadt liegt im Trend. Was lange eine Domäne von Bauern und Kleingärtnern war, wird in Großstädten wie Berlin immer beliebter. Der Wunsch nach frischer und aus nachhaltiger Produktion stammender Kost lässt immer mehr Berliner zu Kleinbauern werden. Hinterhöfe oder Freiflächen wie der ehemalige Flughafen Berlin-Tempelhof werden zu grünen Parzellen, wo in Gemeinschaft Salat, Möhren, Kartoffel oder Kräuter angebaut werden. Wie groß die Akzeptanz der Berliner an urbaner Landwirtschaft tatsächlich ist zeigt eine Studie vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Die Untersuchung wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Sie ist die weltweit erste Studie zum Thema „Urban Agriculture Businesses“, welche die Perspektive der Konsumenten in den Fokus stellt.
Dachgärten bevorzugt
Um zu erfahren, was der Großstädter mit der Nutzung städtischer Flächen sowie verschiedener Typen und Produkte urbaner Landwirtschaft verbindet, wurden 386 Berliner zu ihren Erwartungen und Ansprüchen gerfragt. Das Ergebnis: Mit 80 Prozent würde die Mehrheit der Berliner Dachgärten und Dachfarmen zur landwirtschaftlichen Nutzung bevorzugen, da somit ungenutzte Flächen sinnvoll zum Lebensmittelanbau genutzt werden können.
Akzeptanz für Mehrkosten
Für das in der Nachbarschaft angebaute frische Gemüse wäre die Mehrheit auch bereit, mehr Geld zu bezahlen, wenn damit gleichzeitig „ökologische und soziale Ziele“ wie etwa Bildungsaspekte verbunden sind. Ähnliche Projekte auf Brachflächen in der Stadt oder am Stadtrand wurden von 60 Prozent befürwortet. Für die Hälfte der Befragten kam es vor allem darauf an, dass bei der Nutzung der städtischen Flächen der Anbau weniger intensiv und somit ressourcenschonender und biologisch ist. Mit 70 Prozent lehnte daher der Großteil eine Tierhaltung in der Stadt sowie tierische Produkte ab.

