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Pilztenside für die Medizin

Pharmazeuten der Universität Jena haben in den sekundären Naturstoffen eines Jochpilzes hochwirksame oberflächenaktive Peptide - genannt Malpinine – entdeckt.

Die Verschmelzung zweier Gametangien hat den Jochpilzen ihren Namen gegeben. Der Balken im Bild misst 0,1 Millimeter.
Quelle: Jon Houseman and Matthew Ford/Wikimedia; CC-BY-SA-3.0
Die Verschmelzung zweier Gametangien hat den Jochpilzen ihren Namen gegeben. Der Balken im Bild misst 0,1 Millimeter.

Die Geschichte der Tenside begann vor mehr als 4.500 Jahren mit der Herstellung der ersten seifenähnlichen Substanz aus Olivenöl und Holzasche. Heute sind die waschaktiven Substanzen aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und finden sich in praktisch jedem Wasch- oder Spülmittel. Als Emulgatoren haben sie selbst in Lebensmittel ihren Weg gefunden, denn Tenside verringern die Grenzflächenspannung zwischen zwei Phasen und ermöglichen es, Wasser und Öl fein zu vermengen. Moderne Tenside sind zudem meist biologisch abbaubar.

Wirksamer als SDS

Pharmazeuten der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben nun im Stoffwechsel des Jochpilzes Martierella alpina eine bislang unbekannte Gruppe sekundärer Naturstoffe entdeckt. Die sogenannten Malpinine wirken als starke Tenside. „Schon kleinste Mengen bilden eine regelrechte Schaumkrone auf dem Probengefäß“, schildert der Pharmazie-Doktorand Florian Baldeweg. Ihre Wirkung sei sogar dem in vielen Waschmitteln eingesetzten SDS überlegen, berichten die Jenaer Forscher im Fachjournal „Organic Letters“.