Die europäische Bioökonomie lebt von einer Vielzahl an Initiativen, Clustern und Netzwerken. Sie bringen Forschung, Unternehmen, Politik und weitere Akteure zusammen, um biobasierte Innovationen voranzutreiben. Doch viele dieser Netzwerke arbeiten bislang weitgehend unabhängig voneinander. Das im Rahmen von Horizon Europe geförderte Vorhaben STRONGBIONET soll nun bestehende Strukturen enger miteinander verknüpfen und so den Wissensaustausch sowie die Zusammenarbeit über Länder und Sektorengrenzen hinweg stärken.
Bioökonomie stärker vernetzen
Zum offiziellen Projektstart trafen sich die 19 Partnerorganisationen aus 14 europäischen Ländern Anfang Juni in Sevilla. In den kommenden drei Jahren wollen sie gemeinsam eine sogenannte "Network of Networks" Struktur aufbauen. Ziel ist es, bestehende Bioökonomie-Netzwerke besser miteinander zu verbinden, neue Kooperationen anzustoßen und den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Bildung, Finanzwelt und Zivilgesellschaft zu erleichtern. Für das Vorhaben stehen rund 4,4 Millionen Euro zur Verfügung. Koordiniert wird STRONGBIONET vom italienischen Cluster für zirkuläre Bioökonomie SPRING. Das Projekt versteht sich als Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahme und soll dazu beitragen, vorhandene Kompetenzen sichtbarer zu machen und Synergien besser zu nutzen.
Digitale Plattform als zentrale Anlaufstelle
Ein zentrales Ergebnis des Projekts wird eine digitale Plattform sein, die als gemeinsamer Treffpunkt für die europäische Bioökonomie dienen soll. Dort sollen sich Fachleute vernetzen, Wissen austauschen und auf Weiterbildungsangebote zugreifen können. Geplant sind außerdem Bereiche für den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik sowie Formate, die den Kontakt zwischen innovativen Unternehmen und potenziellen Investoren erleichtern. Ergänzend sollen thematische „Communities of Practice“ entstehen, in denen Akteure gemeinsam an konkreten Fragestellungen arbeiten. Bildungs- und Trainingsangebote sowie Maßnahmen zur Unterstützung wissenschaftlich fundierter Politikberatung gehören ebenfalls zum Projektprogramm. Mit diesem Ansatz möchte STRONGBIONET die europäischen Bioökonomie voranbringen, denn Innovationen entstehen häufig an den Schnittstellen verschiedener Disziplinen und Branchen. Indem bestehende Netzwerke enger zusammenarbeiten und ihre Erfahrungen teilen, sollen neue Impulse für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Bioökonomie in Europa entstehen. Das Projekt läuft bis Mai 2029.
hb