Wissenschaftsjahr Bioökonomie – beobachten Sie, dass das manchmal abstrakte Thema Bioökonomie ankommt? Was sind Ihre persönlichen Highlights aus dem Wissenschaftsjahr?
Das Thema Bioökonomie bleibt für die meisten so lange abstrakt, bis wir ihnen ein praktisches Beispiel zeigen, wie zum Beispiel einen biobasierten Nylonstrumpf, der aus Plattformchemikalien gemacht wurde, die in einer Bioraffinerie entstanden sind. Zu den Highlights des Wissenschaftsjahres gehören daher für mich alle Aktivitäten, die es ermöglichen, die Bioökonomie begreifbar zu machen, wie zum Beispiel die Bioökonomie-Ausstellungen im Futurium in Berlin oder auf dem Forschungsschiff MS-Wissenschaft, welche die Ausstellung in verschiedene Städte bringt. Auch die Ausschreibungen für studentische Projekte fand ich sehr gut, denn die jungen Leute haben kreative Ideen entwickelt, wie die Bioökonomie erklärt und gezeigt werden kann – zum Beispiel indem sie künstlerisch dargestellt wird.
Mein persönliches Highlight ist das von der Universität Hohenheim mitorganisierte Bioeconomy Camp, bei dem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der gesamten Republik Ende September in kreativer Real-Labor-Atmosphäre zusammenkommen. Vertreten sein werden fast 100 verschiedene Forschungsfelder, die die Forschungslandschaft der Bioökonomie in ihrer Vielschichtigkeit sehr gut abbilden. Hier sollen Forschungsideen für eine nachhaltige Zukunft Gestalt annehmen und dialogische Wissenschaftskommunikationsformate erarbeitet werden, vor allem mit Zielgruppen von außerhalb der Wissenschaft.
Interview: Beatrix Boldt/Philipp Graf