Unsere Ernährung langfristig zu sichern, ist eine komplexe Herausforderung. Der BDP will, dass Pflanzenzüchtung in einem ganzheitlicheren Bild begriffen wird und bewirbt das Konzept „Innovationssystem Pflanze”. Was steckt dahinter was genau brauchen wir, wenn wir die Pflanzenzüchtung größer denken sollen?
Das „Innovationssystem Pflanze“ betrachtet den gesamten Rechtsrahmen, den die Pflanzenzüchtung braucht, aber den auch die anderen Elemente brauchen, die sich mit Pflanzen beschäftigen. Das Ziel des Innovationssystems Pflanze ist das pflanzliche Produkt, das der Landwirt erntet, das dann von der Lebensmittelindustrie zu Nahrungsmitteln verarbeitet wird. Unser Ziel sind gefüllte Teller. Und damit das funktioniert, müssen sehr viele Elemente kohärent ineinandergreifen. Wir brauchen die richtige Forschung, die zum Beispiel voraussieht, welche neuen Schädlingserreger wir aufgrund des Klimawandels bekommen werden, und eine Finanzierung, die diese Forschung bezahlt. Wir brauchen den Zugang zu genetischen Ressourcen, wo wir möglicherweise neue Resistenzen oder Toleranzen finden, und die Möglichkeit, dass die Pflanzenzüchtung diese Ergebnisse aufgreift und in Produkte umwandelt. Dann brauchen wir eine Saatgutvermehrung, bei der neue Sorten in Form von Saatgut und Pflanzgut auch beim Landwirt verfügbar sind, sehr viel Ausbildung und Beratung, damit diese Dinge zusammen gehen, und einen kohärenten Rechtsrahmen, der zum Beispiel auch ermöglicht, dass die Züchter ihre sehr hohen Investitionen zurück verdienen, damit sie in weitere Züchtung investieren können. Da spreche ich ganz speziell den Sortenschutz an, aber auch was begleitende Industrien machen: Düngung und Pflanzenschutz. Nicht nur, damit wir unter guten Bedingungen Saat- und Pflanzgut produzieren. Es gibt auch Probleme, die die Pflanzenzüchtung nicht oder nicht zeitnah lösen kann! Deswegen müssen diese Elemente Hand in Hand gehen. Besonders wünschen wir uns, dass Politik das gesamte System in den Blick nimmt und nicht immer nur kleine Einzelteile.