Systeme wie in AkuMonit versprechen mehr Tierwohl und Effizienz zugleich. Wann hilft KI den Tieren wirklich, und wann besteht die Gefahr, dass Technik vor allem bestehende Haltungsformen optimiert, ohne sie grundsätzlich zu hinterfragen?
Ein Frühwarnsystem kann helfen, Leid frühzeitig zu erkennen, das sonst übersehen würde. Gleichzeitig macht so ein System bestehende Haltungsformen nicht automatisch besser, sondern hilft zunächst, Probleme innerhalb des bestehenden Systems schneller zu erkennen. Wir verstehen uns dabei klar als Werkzeug, nicht als Antwort auf die grundsätzliche Frage, wie und ob Tiere gehalten werden sollten.
Trotzdem sehe ich da einen echten Hebel. Wenn wir Abläufe produktiver oder ressourcenschonender gestalten können, entsteht auch mehr Spielraum, sich auf die Tiere und ihr Wohlergehen zu konzentrieren. Oft ist es schlicht eine Kostenfrage, ob sich ein Betrieb die nächstbessere Haltungsform leisten kann oder nicht. Wenn wir über mehr Effizienz dazu beitragen können, diesen Spielraum zu schaffen, verbessert sich das Tierwohl schon allein dadurch, dass besser und engmaschiger überwacht werden kann, was den Tieren fehlt.
Das ist mir auch persönlich wichtig, weil ich selbst vegan lebe. Ich weiß, dass ein System wie AkuMonit die grundsätzliche Frage, wie wir mit Tieren als Gesellschaft umgehen, nicht beantwortet und das System als solches auch nicht verändern wird. Mir geht es darum, innerhalb dieser Realität etwas zu bewirken. Wenn wir dazu beitragen können, dass es jedem einzelnen Tier in diesem System spürbar besser geht, ist das ein Unterschied, der zählt, auch wenn er die große Frage nicht löst.