Welche Eigenschaften der Kartoffel nehmen Sie im Projekt ins Visier?
Kartoffeln gehören, wie auch Tomaten, zu den wichtigsten Nutzpflanzen. Gleichzeitig sind sie aber auch den Nachtschattengewächsen zuzuordnen, welche für den Menschen giftige Substanzen wie Glykoalkaloide bilden können. In welchem Umfang diese Stoffe gebildet werden, hängt von mehreren Faktoren wie der Belichtung, mechanischen Schäden und Lagerbedingungen der geernteten essbaren Pflanzenteile ab. Da Kartoffeln mittlerweile auch in Gebieten angebaut werden, die keine geeigneten Lager aufweisen, kann es zu höheren Konzentrationen in den Knollen kommen, was unter anderem zu Verdauungsproblemen und Fieber nach dem Verzehr führen kann. Anhand der gezielten Unterbrechung des Synthesewegs für bestimmte Glykoalkaloide wie α-Solanin durch das Zerschneiden der erforderlichen Gene kann deren Konzentration in den Pflanzen vermindert werden. Kartoffeln weisen ein sehr komplexes Genom auf und werden, damit bestimmte erwünschte Eigenschaften nicht durch eine Kreuzung verlorengehen, durch ihre Knollen asexuell vermehrt, wodurch es sich eigentlich immer um Kopien – sogenannte Klone – einer Pflanze handelt. Durch den Einsatz der beschriebenen Technologie ist es möglich, diese Kopien zu erhalten und trotzdem gezielt neue Eigenschaften einzubringen.