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Kassel: Statuskonferenz zum Bioökonomie-Monitoring

Wie entwickelt sich die Bioökonomie und wie lässt sich das messen? Im Kasseler Gießhaus tauschten sich rund 70 Forschende zum aktuellen Stand des deutschen Bioökonomie-Monitorings aus.

Bei der Statuskonferenz „Wie entwickelt sich die Bioökonomie? Stand und Perspektiven der Monitoringinstrumente“ diskutierten Akteure aus Forschung, Politik und Zivilgesellschaft zum Bioökonomie-Monitoring.
Quelle: Projektträger Jülich
Bei der Statuskonferenz „Wie entwickelt sich die Bioökonomie? Stand und Perspektiven der Monitoringinstrumente“ diskutierten Akteure aus Forschung, Politik und Zivilgesellschaft zum Bioökonomie-Monitoring.

Seit Anfang 2022 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Verbundvorhaben SYMOBIO 2.0. Das Projekt ist Teil des deutschen Bioökonomie-Monitorings, einer gemeinsamen Initiative von BMBF, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). Gestartet war das Monitoring 2016 mit einer Pilotphase. Es ist wichtiger Bestandteil der Nationalen Bioökonomiestrategie der Bundesregierung und soll den Transformationsprozess hin zu einer nachhaltigen, biobasierten und an natürlichen Kreisläufen orientierten Wirtschaftsweise analysieren und ihn so messbar und bewertbar machen.

Die UN-Nachhaltigkeitsziele als Richtschnur

Das Monitoring der Bioökonomie orientiert sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Wo und unter welchen Bedingungen werden biogene Rohstoffe erzeugt und verbraucht? Und wie trägt die Bioökonomie zu Beschäftigung und Wertschöpfung, aber auch globaler Ernährungssicherung bei? Fünf ökologische Fußabdrücke zeigen detailliert, wie sich die Bioökonomie auf Klima und Umwelt auswirkt.

Bei der Statuskonferenz am 21. und 22. Juni 2023 im Gießhaus in Kassel trafen sich die drei Verbünde des Bioökonomie-Monitorings – SYMOBIO 2.0, gefördert vom BMBF, MoBi II, gefördert vom BMEL, und MonBio, gefördert vom BMUV. Dabei stellten die Forschenden den aktuellen Stand ihrer Arbeiten vor und diskutierten mit Teilnehmenden aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft daraus resultierende Erkenntnisse. Rund 70 Personen nahmen an der zweitägigen Konferenz teil. Organisiert wurde die Statuskonferenz vom Center for Environmental Systems Research der Universität Kassel, das auch den Verbund SYMOBIO 2.0 koordiniert und die Webseite monitoring-biooekonomie.de betreut.

Monitoring von Wald, Forstwirtschaft und Holznutzung

Das Monitoring erfasst wichtige Stoffströme biobasierter Ressourcen, beispielsweise von Rundholz und Erzeugnissen aus Holz. Bisherige Ergebnisse zeigen, dass der Konsum in Deutschland die hierzulande nachhaltig nutzbare Menge an Holz übersteigt und Importe daher unumgänglich sind. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Holz für ganz unterschiedliche Zwecke wurde insbesondere die Bedeutung der Nutzung in Kaskaden diskutiert. Das bedeutet, dass Holzerzeugnisse erst stofflich und erst im allerletzten Schritt energetisch genutzt werden.  

Ein Großteil biobasierter Rohstoffe stammt aus landwirtschaftlicher Produktion und Fischerei. Anhand der vorliegenden Daten wird deutlich, dass sich die landwirtschaftliche Produktion wesentlicher Kategorien von Biomassen in Deutschland in den letzten Jahren nicht stark verändert hat, während z. B. die angelandeten Tonnagen der hauptsächlich genutzten Fischarten aus der Seefischerei leicht abnahmen und die Produktion aus Aquakultur stagnierte.