Für den Grand Prize hat es zwar nicht gereicht, aber vier der 19 deutschen Teams hatten beim diesjährigen Finale des iGEM-Jamboree in Paris in der vergangenen Woche besonderen Grund zu jubeln: Beim wichtigsten weltweiten Wettbewerb für Schul- und Hochschulteams im Bereich der Synthetischen Biologie schafften es die Teams der TU Braunschweig, der TU Dresden sowie der Universitäten Freiburg und Heidelberg unter die Top 10 in der Kategorie Overgraduate, in der sämtliche deutschen Hochschulteams an den Start gehen. Insgesamt gab es für die deutschen Teams zahlreiche Spezialpreise und elf Gold-, sieben Silbermedaillen sowie eine Bronzemedaille.
Vom 2. bis 5. November 2023 hatten rund 400 Teams an der 20. Auflage des Wettbewerbs international genetically engineered machine (iGEM) teilgenommen. Auf der bisher größten Auflage des jährlichen Wettbewerbs für Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten, die innerhalb eines Jahres ein eigenes Forschungsprojekt der Synthetischen Biologie konzipieren und verfolgen, kamen rund 5.000 Teilnehmende auf dem Messegelände der Pariser Expo zusammen. Vier Tage lang präsentierten sie ihre Projekte und tauschten sich über die aktuellen Trends und Entwicklungen der internationalen Szene angewandter Lebenswissenschaften aus.
Große Opening-Show am Mittwochmorgen
Das Jamboree wurde am Mittwochmorgen mit einer großen Opening-Show eröffnet. Während die am Wettbewerb teilnehmenden Teams über die ersten drei Tage ihre Arbeit an individuell gestalteten Ständen, den „Team-Booths“, vorstellten, konnten sich Besucherinnen und Besucher parallel auch an einer Vielzahl von Ständen von Unternehmen der internationalen Bioindustrie, Start-ups, Institutionen und Organisationen informieren.
Die Projekte der Teams wurden in diesem Jahr in insgesamt elf Forschungsbereiche, sogenannte „Villages“, eingeteilt, die sich auf die Bereiche „Planet“, „People“ und „Technology“ verteilten. Jedes Team stellte sein Projekt sowohl vor einer ausgewählten Fachjury als auch auf einer der sieben über das 27.000 Quadratmeter große Gelände verteilten öffentlichen Plaza-Bühnen vor allen Interessierten vor.
Vielzahl an Präsentationen, Workshops und Vorträgen
Neben dieser Vielzahl an Team-Präsentationen konnten Besucherinnen und Besucher außerdem an einer Vielzahl an weiteren Veranstaltungen und Angeboten teilnehmen, darunter gesonderte Workshops und Impulsvorträge von geladenen Gästen der akademischen und industriellen Forschung, ein separat organisierter Hackathon für Technologieinteressierte und diverse Networking Spaces. Eine Ausstellung illustrierte zudem eindrucksvoll die 20-jährige Geschichte und Entwicklung des größten Wettbewerbs der Synthetischen Biologie.
Zum zweiten Mal organisierte iGEM darüber hinaus – in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) – die „Responsibility Conference“, auf der Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Forschung, Wissenschaftspolitik und weiterer Interessengruppen zusammenkamen. Die Teilnehmenden diskutierten die Zukunft verantwortungsbewusster Forschung mit den anwesenden Nachwuchsforschern. Weiterhin fand mit der „Bioinnovation Fair“ ein großes Event mit Workshops, Talks, und Start-up-Showcases statt. Deren Themen waren die Zukunft der Bioökonomie sowie die Bedeutung, Chancen und Weiterentwicklung innovativer Forschungsprojekte wie solcher innerhalb des iGEM-Wettbewerbs.
