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Genschere inklusive: Forschende entwickeln neue Tiermodelle

Münchener Forschende haben Hühnern und Schweinen die Genschere Cas9 eingebaut. Das beschleunigt Experimente zur Genom-Editierung und ist für die Medizin und die Agrarforschung relevant.

Forschung an einem Hühnerembryo
Quelle: Andreas Heddergott / TUM
Forschung an einem Hühnerembryo

Im vergangenen Jahr gab es den Chemie-Nobelpreis für eine ungewöhnlich junge Entdeckung: die Genschere CRISPR-Cas9. Innerhalb eines Jahrzehnts hat diese Möglichkeit, gezielt Erbgutabschnitte zu verändern, zahlreiche Bereiche der Biowissenschaften verändert. Jetzt hat ein Team der TU München Hühner und Schweine so verändert, dass deren Organe in allen Entwicklungsstadien den enzymatischen Teil der Genschere selbst herstellen. Das vereinfacht und beschleunigt Forschungsvorhaben, bei denen die Tiere beispielsweise als Krankheitsmodelle für den Menschen genutzt werden.

„Tiere liefern die Genschere gleich mit“

CRISPR-Cas9 besteht neben dem Enzym Cas9, das die DNA schneidet und so den Einbau von Veränderungen ermöglicht, aus einer sogenannte guide-RNA, einer kurzen Sequenz, die das Enzym an die richtige Stelle der DNA dirigiert. „Die von uns generierten Tiere liefern die Genschere – das Cas9-Protein – gleich mit. Es müssen also nur noch die leitenden RNAs eingebracht werden, um Tiere zu bekommen, die bestimmte genetische Eigenschaften haben“, erklärt Benjamin Schusser, Professor für Biotechnologie der Reproduktion an der TU München. „Wir konnten sowohl Anwendungen in Hühnerembryonen als auch in lebenden Schweinen zeigen.“ Details berichtet das Team im Fachjournals „PNAS“.