Kaffeesatz ist nach dem Aufbrühen keineswegs vollständig ausgelaugt. Forschende aus Mexiko und Spanien gewannen daraus einen Extrakt und untersuchten seine Wirkung auf verschiedene Bakterien und Pilze, darunter mehrere Pflanzenkrankheitserreger. Im Labor bremste der Extrakt sechs der zehn getesteten Mikroorganismen. Die Studie dazu ist im Fachjournal Scientific Reports erschienen.
Insgesamt untersuchte das Team vier Bakterien und sechs Pilze. Bei jeweils drei von ihnen zeigte sich eine hemmende Wirkung. Dazu gehörten die Pflanzenkrankheitserreger Erwinia amylovora, der Feuerbrand auslöst, und das Bakterium Dickeya dadantii, das unter anderem Nassfäule verursachen kann. Auch Staphylococcus aureus, dessen Toxine Lebensmittelvergiftungen auslösen können, wurde gehemmt. Gegen Escherichia coli reichte dagegen selbst die höchste getestete Konzentration nicht aus, um das Wachstum signifikant zu hemmen,
Bioaktive Stoffe im Kaffeesatz
Für die Versuche trocknete das Team Kaffeesatz aus Coffea arabica und löste seine Inhaltsstoffe mit einem Ethanol-Wasser-Gemisch heraus. Zu den mengenmäßig wichtigsten bioaktiven Stoffen im Extrakt gehörten Gallussäure, Koffein und Chlorogensäure.
Bei den Pilzen reagierten zunächst nur drei der sechs getesteten Arten auf niedrige Extraktkonzentrationen. Mit ihnen führten die Forschenden die Versuche auf Nähragar fort. Bei Alternaria alternata und Fusarium oxysporum verringerte die höchste getestete Konzentration das Wachstum nach 72 Stunden um etwa die Hälfte. Penicillium charlesii wurde ebenfalls gehemmt, reagierte jedoch schwächer.
Gesamtextrakt wirkt stärker
Der vollständige Kaffeesatz-Extrakt wirkte auf die beiden untersuchten Pflanzenkrankheitserreger und die drei weiter untersuchten Pilze stärker als Gallussäure und Chlorogensäure allein. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass weitere Inhaltsstoffe oder Wechselwirkungen zwischen den Verbindungen zur Wirkung beitragen.
Ob sich daraus tatsächlich ein Mittel gegen Pflanzenkrankheiten entwickeln lässt, ist offen. Bislang wurde der Extrakt nur im Labor an Mikroorganismen getestet, nicht an Pflanzen oder unter Feldbedingungen.
js