An der US-Golfküste wird Sargassum zum Problem, wenn große Mengen der Braunalge angeschwemmt werden und am Strand verrotten. An der University of Texas at San Antonio (UT San Antonio) soll die Biomasse nun selbst Teil einer Lösung werden: Ein Team um Shalinee Kavadiya entwickelt daraus wiederverwendbare Wasserfilter, deren Grundstruktur im 3D-Druck entsteht. Sie sollen Stickstoff und Phosphor aus belastetem Oberflächenabfluss zurückhalten, bevor diese Nährstoffe ins Meer gelangen.
Vom Algenpulver zum Filtermodul
Ausgangspunkt ist Sargassum, das an der texanischen Küste gesammelt wird. Die Forschenden trocknen und vermahlen die Algen und verarbeiten das Pulver zu organischen, anorganischen und Verbundmaterialien. Daraus entstehen poröse Filtereinheiten mit einem 3D-gedruckten Träger und einer funktionellen Beschichtung.
Mehrere Module mit unterschiedlichen Porengrößen werden hintereinander angeordnet. Gröbere Strukturen fangen zunächst Sedimente ab, während tiefer im Filter gelöste Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff gebunden werden sollen. Der 3D-Druck ermöglicht es, Form und Porenstruktur gezielt anzupassen und die Filter nach dem Einsatz wieder aus dem Wasser zu entnehmen.
Ein wichtiger Punkt ist die Wiederverwendung. Während die Beschichtung mit der Zeit nachlassen kann, soll das Gittergerüst erhalten bleiben, neu beschichtet und erneut eingesetzt werden. Damit unterscheidet sich der Ansatz von Filtern, die nach der Beladung vollständig entsorgt werden.
Feldtests sollen Praxistauglichkeit zeigen
Das Vorhaben ist im September 2026 gestartet und wird drei Jahre lang mit 735.532 US-Dollar von der US-Umweltbehörde EPA gefördert. In den kommenden Projektphasen will das Team die Filter unter realen Bedingungen testen. Dabei geht es unter anderem darum, wie effizient die Module Nährstoffe binden, wie lange sie funktionieren und welche Filtergröße für unterschiedliche Wassermengen nötig ist.
Auch die Wirtschaftlichkeit soll untersucht werden. Perspektivisch wollen die Forschenden zudem prüfen, ob sich die im Filter gebundenen Nährstoffe zurückgewinnen und etwa als Dünger nutzen lassen.
ag