Deutschland hat mit rund 45 Mio. Euro aus Mitteln der Bundesforschungs- und des Bundesentwicklungsministeriums die Förderinitiative „Globale Ernährungssicherung – GlobE“ unterstützt. Von 2012 bis 2018 kooperierten darin deutsche und afrikanische Wissenschaftsteams, um regional angepasste Lösungen für die Ernährungssicherung zu entwickeln. Auch die EAC war daran beteiligt. Entwickelt wurden beispielsweise sogenannte Taschengärten, deren Wasserhaltekapazität deutlich höher ist als die des normalen Bodens, aber auch ein Überwachungssystem, das Schädlinge anhand ihrer akustischen Signale in Lagerstätten aufspürt. Kenia ist außerdem Teil des BiomassWeb-Projekts, in dem die Bundesregierung mehrere afrikanische Staaten darin unterstützt, Biomasse effizienter herzustellen, zu verarbeiten und zu handeln. Mit zunehmender politischer Unterstützung für die Bioökonomie haben auch die großen Universitäten des Landes das Thema verstärkt in Forschung und Lehre aufgenommen.
Die Forschungslandschaft der einzelnen Länder im Überblick:
Äthiopien
Die Addis Ababa University in Äthiopien beleuchtet die Bioökonomie vor allem in den Bereichen Bioingenieurswesen, Biotechnologie und Pharmazie. Einen Schwerpunkt auf Landwirtschaft und Ökologie legt hingegen die noch junge Adigrat University. Auch die Arba Minch University, die Wolaita Sodo University und die Mizan-Tepi University haben einen Zweig der Agrarwissenschaften. Die Hawassa University widmet sich neben der Landwirtschaft der Forstwirtschaft und weiteren natürlichen Ressourcen. Landwirtschaft, Veterinärforschung und Energie sind drei der Schwerpunkte an der Mekelle University. Erst 2017 hat die Raya University ihren Betrieb aufgenommen.
Burundi
Bioökonomie-Schwerpunkte an der University of Burundi sind unter anderem die Bereiche Agronomie und Bioingenieurswesen, woraus beispielsweise eine Mückenabwehr gegen Malaria auf Katzenminze-Basis hervorgegangen ist.
Kenia
Landwirtschaft und Veterinärmedizin sowie Lebensmittelforschung, Mikrobiologie und Pharmazie sind Forschungsbereiche der University of Nairobi in Kenia. An der Dedan Kimathi University of Technology findet sich die Lebensmitteltechnologie. Landwirtschaft, Veterinärmedizin, Umwelt- und Ressourcennutzung sowie Ökotourismus werden an der Egerton University erforscht. Die Jaramogi Oginga Odinga University of Science and Technology behandelt die Bioökonomie in den Bereichen Landwirtschaft und Lebensmittelforschung, Biowissenschaften sowie Management natürlicher Ressourcen. Ihrem Namen folgt die Kenyatta University of Agriculture and Technology und befasst sich neben der Landwirtschaft auch mit Pharmazie, Biosystemen und Umweltingenieurswesen.
Explizit der Biotechnologie, aber auch der Landwirtschaft und natürlichen Ressourcen widmen sich die Karatina University, die University of Kabianga und die University of Eldoret. Auch das Kenya Advanced Institute of Science and Technology erforscht die Biotechnologie, hier mit Bezug zur Landwirtschaft. Agrar- und Umweltwissenschaften sind Themen der Kenyatta University und der Machakos University. Die Kisii University bietet ebenso wie die Moi University neben den Agrarwissenschaften hingegen das Management natürlicher Ressourcen, die Maseno University ergänzt die Agrarwissenschaften um die Ernährungssicherheit. An der South Eastern Kenya University ist die Bioökonomie mit Landwirtschaft und Veterinärforschung sowie den Themen Umwelt und natürliche Ressourcen vertreten.
Ruanda
Die University of Rwanda widmet einen großen Bereich der Landwirtschaft, Nutztierforschung und Veterinärmedizin. Noch jung ist die North Gate University mit Schwerpunkten in Landwirtschaft, Veterinärmedizin, Biowissenschaften und Pharmazie.
Südsudan
Die John Garang Memorial University ist im Bereich der Bioökonomie breit aufgestellt und widmet sich sowohl der Landwirtschaft und der Fischerei als auch den Umweltwissenschaften. Ähnlich breit ist die Forschung an der Upper Nile University mit Landwirtschaft, Tierzucht, Veterinärmedizin und Forstwesen. Landwirtschaft und Veterinärmedizin sind Themen der Rumbek University und der University of Bahr El-Ghazal. Auf die Landwirtschaft konzentriert ist die Yei Agricultural and Mechanical University.
Tansania
Das in Kooperation mit Deutschland gegründete Arusha Technical College erforscht Bewässerungstechnologien und erneuerbare Energien. Umweltingenieurswesen, Biowissenschaften, Pharmazie und Aquakultur sind Forschungsthemen an der University of Dodoma. Ganz der Landwirtschaft verschrieben sind die Julius Nyerere University of Agriculture und die Sokoine University of Agriculture. Das Nelson Mandela African Institute of Science and Technology beschäftigt sich mit Landwirtschaft, Artenvielfalt, Lebenswissenschaften und dem Bioingenieurswesen.
Uganda
Der Agrarwirtschaft und dem Wandel im ländlichen Raum widmet sich die African Rural University. Agrarwirtschaft, Viehzucht und Veterinärmedizin sind hingegen die Themen an der Ankole Western University. Landwirtschaft und Umweltmanagement gibt es an der Busoga University. Der Erforschung medizinischer Pflanzen und der Biodiversität widmet die Lira University einen Schwerpunkt. Die Valley University of Science and Technology behandelt die Themen Agrarwirtschaft und Lebensmitteltechnologie. Weitere Universitäten mit Forschung im Bereich Landwirtschaft sind die Bishop Stuart University, die Busitema University, die Great Lakes Regional University, die Gulu University, die Kabale University, die Mountains of the Moon University und die Muni University.
Weitere Forschungseinrichtungen
Neben den Universitäten gibt es nur wenige private oder öffentliche Forschungsinstitute, die sich Themen der Bioökonomie verschrieben haben. Nennenswert ist die Kenya Agricultural and Livestock Research Organization, die beispielsweise eine biologische Tsetse-Fliegen-Abwehr entwickelt hat. Ebenfalls in Kenia liegt das Scinnovent Center. Das International Institute of Tropical Agriculture befindet sich in Tansania. Das Forschungsunternehmen Bio-Innovations hat seinen Sitz in Uganda. Außerdem hat das eng mit den EAC-Staaten kooperierende Stockholm Environment Institute einen Ableger in Kenia.