Neueste Studie sehen sowohl die Extensivierung – also den Flächenausbau – als auch die nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft als Option, um die Ernährung künftig zu sichern und gleichzeitig die Biodiversität zu verbessern. Wie stehen Sie dazu? Ist das tatsächlich die Lösung?
Müsste man sich für die eine oder andere Seite entscheiden und wäre Klimaschutz das wesentliche Entscheidungskriterium, würde eine globale Extensivierung der Erzeugung, etwa durch einen massiven Ausbau des Ökolandbaus, wenig sinnvoll sein. Der höhere Flächenbedarf durch die niedrigeren Erträge würde die Emissionen im Bereich Landnutzungsänderung und Landnutzung deutlich erhöhen, bei nur geringen Rückgängen der Produktionsemissionen pro Produkteinheit. Oft wird diesem Argument entgegnet, dass man diesem Problem mit einer Reduzierung der Verluste und einer Änderung der Ernährung entgegnenwirken könne. Wäre es möglich, durch Veränderungen auf der Nachfrageseite die Welt mit 100% Ökolandbau zu versorgen, könnten wir bei den gleichen Nachfrageänderungen und konventioneller Erzeugung viele Flächen für die Kohlenstoffspeicherung aus der Erzeugung nehmen und dadurch in Summe wieder deutliche Klimavorteile bereitstellen. Diese Betrachtung der Flächeneffizienz ist aber nicht immer ausreichend bzw. sinnvoll: so gibt es auch in der Flächennutzung sogenannte Rebound-Effekte. Das heißt, Ertragssteigerung kann auch dazu führen, dass mehr Land für die Landwirtschaft umgenutzt wird und nicht umgekehrt. Auf der anderen Seite haben extensive Agrarsysteme, wie der Ökolandbau, viele Umweltvorteile außerhalb der Klimafrage, wie Vorteile für gewisse gefährdete Arten und geringere Nährstoffausträge in die Umwelt. Nachhaltige Intensivierung wird also einen wesentlichen Beitrag leisten müssen, um die globalen Herausforderungen im Klimaschutz zu leisten. In Kombination mit extensiven Systemen und mehr Naturflächen kann aber der Gesamtvorteil einer Landschaft über den Klimaschutz hinaus gesteigert werden.