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Bioethanol soll Rohstoff für Industriealkohole werden

In Portugal plant Catalyxx eine Anlage für Butanol, Hexanol und Octanol aus Bioethanol. Die biobasierten Alkohole sollen eine kohlenstoffärmere Alternative zu petrochemischen Varianten bieten und zugleich mit bestehenden Industrieprozessen kompatibel sein.

Mais it weltweit eine der wichtigsten Pflanzen für die Herstellung von Bioethanol. In Sines soll Bioethanol künftig als Rohstoff für biobasierte Industriealkohole wie Butanol, Hexanol und Octanol dienen.
Quelle: Redaktion Bioökonomie / KI-gestützt
Mais it weltweit eine der wichtigsten Pflanzen für die Herstellung von Bioethanol. In Sines soll Bioethanol künftig als Rohstoff für biobasierte Industriealkohole wie Butanol, Hexanol und Octanol dienen.

Im EU-Projekt RenewChem soll Bioethanol als Rohstoff für die Chemieindustrie genutzt werden. Das Technologieunternehmen Catalyxx hat dafür Sines, Portugal, als Standort seiner ersten Anlage im kommerziellen Maßstab ausgewählt. Dort sollen aus Bioethanol Butanol, Hexanol und Octanol entstehen. Die Alkohole werden unter anderem für Beschichtungen, Klebstoffe und Schmierstoffe eingesetzt. Nach Angaben von Catalyxx sollen die biobasierten Produkte eine kohlenstoffärmere Alternative zu herkömmlichen petrochemischen Herstellungswegen bieten und zugleich mit bestehenden industriellen Anwendungen und Wertschöpfungsketten kompatibel sein. Der Baubeginn ist bis zum vierten Quartal 2026 vorgesehen.

Bioalkohole mit gleichen chemischen Eigenschaften

Catalyxx nutzt ein katalytisches Verfahren zur Umwandlung von Ethanol in längerkettige Alkohole. Bei der sogenannten Guerbet-Reaktion werden Ethanolmoleküle katalytisch zu längerkettigen Alkoholen verknüpft. Die erzeugten Stoffe sollen chemisch mit ihren fossilen Gegenstücken identisch sein. Als sogenannte Drop-in-Chemikalien sollen sie sich deshalb in bestehenden Infrastrukturen und Lieferketten einsetzen lassen.

Die geplante Anlage soll 15.000 Tonnen biobasierte Alkohole pro Jahr herstellen. Catalyxx hat sein Verfahren zuvor in einer Demonstrationsanlage in Sevilla unter kontinuierlichen Betriebsbedingungen erprobt. Die Anlage in Sines soll direkt auf diesen Erfahrungen aufbauen.

EU fördert den Schritt in den Industriemaßstab

Die Anlage ist Teil des EU-Projekts RenewChem, das vom 1. Juni 2026 bis 31. Mai 2030 läuft. Die Circular Bio-based Europe Joint Undertaking, kurz CBE JU, unterstützt das Vorhaben mit rund 20 Millionen Euro.

RenewChem umfasst neben Bau, Inbetriebnahme und Start der Anlage auch die Sicherung einer langfristigen Versorgung mit nachhaltigem Bioethanol. Zudem sollen die erzeugten Bioalkohole bei der Herstellung von Acrylatestern im Produktionsmaßstab getestet werden.

Das Sines-Projekt hat von der portugiesischen Regierung den Status eines Vorhabens von nationalem Interesse erhalten und laut Catalyxx zentrale Umweltgenehmigungen bekommen. Nach Angaben der CBE JU soll RenewChem zudem neue qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Mit dem geplanten Bau der Anlage soll der bislang in Sevilla erprobte Prozess erstmals in den kommerziellen Maßstab überführt werden.

lk