Druckfarben für Verpackungen enthalten nicht nur Pigmente. Lösungsmittel sind wichtig, damit sie sich gut verarbeiten lassen und auf Folien, Papier oder Etiketten sauber trocknen. An diesem Baustein setzen Celanese und Siegwerk an. Die Unternehmen wollen Druckfarben mit biobasiertem Ethylacetat voranbringen. Das Lösungsmittel von Celanese enthält nach Unternehmensangaben 50 % biobasierte Bestandteile. Siegwerk will es als Drop-in-Lösung in bestehenden Rezepturen einsetzen.
Rohstoffwechsel in der Rezeptur
Ethylacetat ist ein Ester, der in lösemittelbasierten Druckfarben Harze löst, die Viskosität beeinflusst und das Trocknen steuert. In der Kooperation geht es daher nicht um eine völlig neue Druckfarbe, sondern um den Austausch eines bisher meist fossilen Rezepturbestandteils. Drop-in bedeutet, dass der Stoff in vorhandenen Anwendungen eine vergleichbare Funktion übernehmen soll. Das ist für Hersteller relevant, weil Produktionslinien und Qualitätsvorgaben oft eng aufeinander abgestimmt sind.
Siegwerk mit Sitz in Siegburg gehört zu den großen Anbietern von Druckfarben und Lacken für Verpackungen und Etiketten. Das Unternehmen ordnet die Zusammenarbeit in seine Nachhaltigkeitsstrategie HorizonNOW 2030 und das Beschaffungsprogramm SustainUP ein.
Baustein für bestehende Verpackungsketten
Für die Bioökonomie zeigt die Meldung, wie biobasierte Chemikalien in bestehende industrielle Wertschöpfungsketten gelangen. Verpackungen werden dadurch nicht automatisch biobasiert oder kreislauffähig. Der Schritt betrifft zunächst einen Rohstoff in der Druckfarbenformulierung.
Die Unternehmensmitteilung bleibt bei mehreren Punkten offen. Unklar ist, welche erneuerbaren Rohstoffe eingesetzt werden, welche Mengen geplant sind und für welche Produktlinien Siegwerk das biobasierte Ethylacetat nutzen will. Auch eine unabhängige Umweltbilanz wird nicht genannt. Ein ähnliches Drop-in-Prinzip verfolgen Henkel und SEKAB bereits bei biobasiertem Ethylacetat für Industrieklebstoffe.
ag