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Biobasierter Superabsorber übertrifft Plastik in Windeln und Hygieneartikeln

Das US-Unternehmen ZymoChem hat nachgewiesen, dass sein biobasierter und biologisch abbaubarer Superabsorber BAYSE™ erdölbasierte Materialien in Windeln und Hygieneprodukten in allen Schlüsselkategorien übertrifft.

Windeln und Hygieneprodukte werden heute überwiegend mit fossilen Superabsorbern hergestellt, die sich in Deponien über Jahrhunderte nicht zersetzen.
Quelle: HENADZY / stock.adobe.com
Windeln und Hygieneprodukte werden heute überwiegend mit fossilen Superabsorbern hergestellt, die sich in Deponien über Jahrhunderte nicht zersetzen.

Jedes Jahr verbraucht die globale Hygieneindustrie mehr als drei Millionen Tonnen sogenannter Superabsorber-Polymere — winzige Kügelchen, die in Windeln, Periodenprodukte und Inkontinenzartikel eingearbeitet sind und Flüssigkeit zuverlässig binden. Nahezu die gesamte Menge wird aus Erdöl hergestellt und zerfällt in Deponien über Jahrhunderte nicht. Nun hat das US-amerikanische Biotechnologieunternehmen ZymoChem aus San Leandro, Kalifornien, einen Wendepunkt markiert: Sein biobasierter und biologisch abbaubarer Superabsorber BAYSE™ ist als erster seiner Art nachweislich in der Lage, erdölbasierte Materialien nicht nur zu ersetzen, sondern sie in zentralen Leistungsmerkmalen zu übertreffen.

Schneller, saugstärker, druckfester

ZymoChem ließ BAYSE™ von unabhängigen Laboren gegen einen führenden erdölbasierten Superabsorber testen. BAYSE™ nahm dabei Flüssigkeit doppelt so schnell auf wie das herkömmliche Material. Bei zähflüssigeren Flüssigkeiten war das biobasierte Produkt sogar bis zu 3,6-mal schneller. Unter Druck, wie er beim Sitzen oder Schlafen entsteht, schloss BAYSE™ besser ab und verhinderte das Zurückdringen von Feuchtigkeit zur Haut, ein entscheidender Faktor für Hautverträglichkeit und Komfort. Zudem zeigte das Material eine hohe Speicherkapazität ohne den typischen Zielkonflikt zwischen Gelstärke und Aufnahmevolumen. Alle vier auf einer realen Industrielinie produzierten Windel-Designs bestanden die Tests, der beste Entwurf übertraf die Konstruktionsziele beim Gesamtflüssigkeitsvolumen deutlich. Die Entwicklung basiert auf der unternehmenseigenen Carbon-Conserving-Technologie, kurz C2, die es ermöglicht, essentielle Chemiebausteine aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen.

Ein Markt mit drei Millionen Tonnen Jahresbedarf sucht Alternativen

Superabsorber-Polymere gehören zu den unsichtbarsten, aber folgenreichsten Kunststoffen des Alltags. Der Standardwerkstoff Polyacrylat ist ein Erdölderivat, weder recycelbar noch biologisch abbaubar und praktisch dauerhaft in der Umwelt präsent. Laut ZymoChem entfallen 65 Prozent des globalen SAP-Marktvolumens auf Babywindeln, 15 Prozent auf Inkontinenzprodukte und 10 Prozent auf Periodenprodukte. Obwohl der Druck auf Hersteller, auf umweltverträglichere Materialien umzusteigen, steigt, scheiterten bisherige biobasierte Ansätze stets an der Leistung. BAYSE™ soll diese Lücke nun schließen und passt nach Unternehmensangaben direkt in bestehende Produktionslinien, ohne dass die Lieferketten umgebaut werden müssen. Die Kommerzialisierung des Materials hat ZymoChem bereits 2024 mit einer Series-A-Finanzierung in Höhe von 21 Millionen US-Dollar vorbereitet. Neben Windeln und Hygieneprodukten sieht das Unternehmen Anwendungen in der Landwirtschaft zur Wasserspeicherung sowie in Kosmetik und Wasseraufbereitung. Ob und wann BAYSE™ in Massenprodukten auftaucht, hängt nun von Kosten, Skalierung und Partnerverträgen mit großen Markenherstellern ab.

ag