Ob Bioethanol als klimafreundlicher Kraftstoff gilt, entscheidet sich nicht nur in der Anlage, sondern bereits auf dem Feld. In den USA soll ein Steuerbonus für Produzenten klimafreundlicher Kraftstoffe, bekannt als 45Z, künftig stärker davon abhängen, wie hoch die Treibhausgasintensität der eingesetzten Biomasse ausfällt. BASF hat dazu die Plattform Circalo vorgestellt, die Landwirte, Beratung und Ethanolanlagen digital verbindet.
Datenkette vom Acker bis zur Bioraffinerie
Im Mittelpunkt steht die sogenannte Carbon Intensity, kurz CI. Gemeint ist die Treibhausgasintensität entlang der Herstellung, also wie viele Emissionen bei Anbau, Logistik und Verarbeitung anfallen. Circalo nutzt die BASF Tools xarvio FIELD MANAGER und xarvio BIOENERGY, um Anbaupraktiken auf Betriebsebene zu erfassen, auszuwerten und für Ethanolanlagen nutzbar zu machen.
Nach Angaben von BASF können dabei unter anderem Zwischenfrüchte, reduzierte Bodenbearbeitung oder ein gezieltes Nährstoffmanagement eine Rolle spielen. Die Daten sollen über den vertrauten Berater oder Agronomen erfasst werden. Anschließend werden sie über die Lieferkette hinweg standardisiert gebündelt und in Berichten für die Bioraffinerie aufbereitet. Eine externe Verifizierung soll die Nachweise für Audits und staatliche Vorgaben für Fördermaßnahmen absichern.
Für 2026 ausgelegt und anpassbar
Die Plattform ist laut BASF für die Anbausaison 2026 einsatzbereit und unterstützt auch eine rückwirkende Betrachtung für 2025. Ethanolanlagen können damit eigene Programme für ihre Zuliefernetzwerke aufsetzen, um verifizierte Rohstoffe mit niedriger CI zu beschaffen und mögliche Prämien oder Anreize gezielter auszugestalten.
Gleichzeitig bleibt der Regulierungsrahmen in Bewegung. BASF verweist auf vorgeschlagene Regelungen und darauf, dass sich Methodik und Prüfanforderungen noch weiterentwickeln können. Circalo soll deshalb so gestaltet sein, dass es sich an neue regulatorische Vorgaben anpassen lässt.
ag